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SachsenStudentenrat äußert sich zu Protesten gegen Kunstausstellung

28.05.2026, 14:41 Uhr
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Der Studentenrat der Kunsthochschule Dresden sieht Proteste gegen eine aktuelle Kunstausstellung im Haus als Ausdruck von Frustration über intransparente Entscheidungen der Hochschulleitung.

Dresden (dpa/sn) - Der Studierendenrat der Hochschule für Bildende Künste in Dresden hat sich nach eigenen Angaben nicht an Protestaktionen gegen eine Ausstellung des Künstlers Holger John beteiligt. "Sachbeschädigungen sind kein Mittel des Studierendenrates", teilte das Gremium Stura auf Anfrage mit. "Die Proteste scheinen Ausdruck eines erheblichen Vertrauensverlustes gegenüber der Hochschulleitung und einer nachvollziehbaren Frustration über intransparente Entscheidungsprozesse zu sein."

Störaktionen gegen Kunstausstellung in Dresden

In den vergangenen Tagen hatte es wiederholt Aktionen gegen die noch bis Sonntag laufende Ausstellung Johns gegeben. Mehrmals wurden das Gitter vor der Eingangstür mit Fahrradschlössern blockiert und das Gitterschloss beschädigt. Zudem wurde ein Ausstellungsplakat an der Fassade beschädigt und ein Protestplakat aufgehängt. Die Hochschulleitung erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Auf der Vernissage seien Bilder ausgelegt worden, die John zusammen mit Rammstein-Sänger Till Lindemann zeigen. Der hatte einst als Grafiker seine Arbeiten in Johns Galerie ausgestellt. Lindemann stand 2023 im Zentrum schwerer Vorwürfe. Mehrere Frauen hatten teilweise anonyme Anschuldigungen gegen ihn erhoben. Lindemann wies das vollständig zurück. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte im August 2023 ihre Ermittlungen gegen den Rockstar mangels hinreichenden Tatverdachts ein.

Kritik an Entscheidungen der Hochschulleitung

"Wir möchten zunächst klarstellen, dass sich die Kritik nicht allein gegen Holger John und seine Beziehung zu Till Lindemann richtet, sondern vor allem gegen die Entscheidungen der Hochschulleitung", hieß es in einer Stellungnahme des Stura. Die Ausstellung sei von Rektor Oliver Kossack "ohne Einbeziehung der Studierendenschaft in einem sehr kleinen Kreis beschlossen" worden. "Unsere Kritik zielt auf mangelnde Transparenz und fehlende Kommunikation." Den Studierendenrat haben nach eigenem Bekunden diverse Schilderungen von Studierenden erreicht, die Situationen mit John als "sexistisch und grenzüberschreitend" empfunden hätten. "Hätte die Hochschulleitung in irgendeiner Form die Meinung der Studierendenschaft eingeholt, hätten diese Schilderungen aufgearbeitet werden können." John hatte zuvor Vorwürfe dieser Art als hanebüchen und rufschädigend bezeichnet.

Studierendenrat sieht kein Erfordernis für Gespräch mit Künstler

"Derzeit sehen wir kein Erfordernis für ein direktes Gespräch mit Herrn John. Die vorgebrachte Kritik ist der Hochschulleitung seit Wochen bekannt. Die Verantwortung für die Aufarbeitung und Bewertung der vorgebrachten Kritik sehen wir bei der Hochschulleitung", teilte der Stura weiter mit.

Man setze sich grundsätzlich für transparente, diskriminierungssensible und demokratische Hochschulstrukturen an der HfBK ein. Die Ausstellung sei nicht mit der Philosophie der Hochschule vereinbar ("Die Ausstellung ist unserer Auffassung nach nicht mit dem Mission Statement vereinbar").

Quelle: dpa

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