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SachsenTiger aus Sachsen sind in Spanien angekommen

03.07.2026, 12:19 Uhr
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(Foto: Heiko Rebsch/dpa)

Nach behördlicher Übergabe beginnt für die Tiger aus Sachsen ein neues Kapitel in Spanien. Wie es für die Tiere in der Quarantäne weitergeht, erklärt ein Tierschutzsprecher.

Schkeuditz/Villena (dpa/sn) - Die Tiger aus der Privathaltung einer ehemaligen Zirkusartistin in Schkeuditz (Kreis Nordsachsen) sind in ihrer neuen Heimat in Südspanien angekommen. "Die Tiere sind jetzt gerade angekommen, der Verladeprozess von den Trucks in die Quarantänestation findet gerade statt", sagte Patrick Müller, Pressesprecher der niederländischen Tierschutzorganisation "Animal Advocacy and Protection" (AAP) der Deutschen Presse-Agentur.

Insgesamt 40 Großkatzen in Auffangstation in Spanien

Die sechs Tiger, die in einem Gewerbegebiet nahe der Autobahn 9 gehalten und am Mittwoch von den Behörden an die Tierschützer übergeben worden sind, befinden sich demnach nun in der Auffangstation der Organisation für Affen und Großkatzen im südspanischen Villena.

Dort müssen sie gemäß geltender Bestimmungen zum Import von Tieren vier Wochen getrennt in Quarantäne verbringen. "Da werden die Tiere jeden Tag jetzt gecheckt. Haben die irgendwelche Parasiten? Gibt es irgendwelche Darminfekte? Haben die irgendwelche Verhaltensstörungen?", erklärt Müller.

In der AAP-Auffangstation "Primadomus" im Hinterland der Provinz Alicante befinden sich nach Angaben der Organisation aktuell bereits 40 Großkatzen. Die meisten davon würden aus Privathaltungen und Zirkusauflösungen stammen.

Teils würden die Tiere – wie im Schkeuditzer Fall – auf behördliche Anordnung bei der Organisation landen. Teils würden Privathalter sie auch freiwillig abgeben. So würden etwa "viele Halter von den Tieren plötzlich merken, dass das doch nicht so eine gute Idee war", insbesondere dann, wenn die Tiere zunehmend größer und gefährlicher würden.

Tiger war Mitte Mai aus Gehege ausgebrochen

Mitte Mai war ein ausgewachsener männlicher Tiger aus der Anlage im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig ausgebrochen. Ein 72 Jahre alter Helfer wurde dabei schwer verletzt. Das Tier wurde von der Polizei in der Nähe einer Kleingartenanlage erschossen. Zwei weitere Tiger verbleiben vorerst in der Anlage.

Das Landratsamt des Landkreises Nordsachsen in Torgau hatte zuvor erklärt, dass die Anlage gemäß geltender Bestimmungen nur ausreichend Platz für zwei Tiger biete. "Wir werden weiterhin genau im Blick haben, wie sich die Haltungsbedingungen für die beiden Tiere entwickeln", erklärte ein Sprecher auf Nachfrage.

In ihrem neuen Zuhause nach Ende der Quarantäne haben die sechs Tiger aus Sachsen künftig deutlich mehr Platz, so AAP-Sprecher Müller. "Wir sprechen da von 3.000 bis 3.500 Quadratmetern, was sie dann haben werden, mit verschiedenen Bodenbelägen, mit einem Pool, mit einer Klettermöglichkeit."

Die AAP-Auffangstation im südspanischen Villena existiere seit 2009. Eine weitere, ältere Station befindet sich am Hauptsitz der Organisation im niederländischen Almere. Die Tierschutzorganisation finanziert ihre Arbeit nach eigenen Angaben hauptsächlich durch private Spenden.

Quelle: dpa

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