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Sachsen Verband: Viele Kunsthandwerker für 2021 pessimistisch

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Olbernhau (dpa/sn) - Die Corona-Krise stimmt viele Kunsthandwerker im Erzgebirge pessimistisch mit Blick auf ihr Geschäft in diesem Jahr. Mehr als die Hälfte der Hersteller rechnet mit weniger Umsatz als im Vorjahr, nur jeder zehnte mit höheren Erlösen. Das habe eine Umfrage bei den Mitgliedern ergeben, teilte am Donnerstag der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller in Olbernhau mit. Ähnlich sieht das Bild bei den Fachhändlern aus. Der Verband vertritt rund 60 Hersteller erzgebirgischer Volkskunst.

Die Kunsthandwerker berichten trotz der Corona-Krise von einem anhaltenden Interesse an ihren Produkten. "Die Menschen wollten sich gerade in dieser schwierigen Zeit ein Stück Heimat und was fürs Herz ins Haus holen", erklärte Verbandsgeschäftsführer Frederic Günther. Der Trend gehe dabei zu mittel- bis hochpreisigen Artikeln. So hätten einige Fachhändler ihre Umsätze bis zu den angeordneten Schließungen sogar verbessern können.

Insgesamt seien die Erlöse der Hersteller 2020 im Schnitt um 14 Prozent, im stationären Handel um 25 Prozent gesunken. Doch sind die Unternehmen unterschiedlich stark betroffen. Bei den Kunsthandwerkern selbst reiche die Spanne der Einbußen von 0 bis 40 Prozent, hieß es.

Problematisch war den Angaben zufolge vor allem die Schließung der Geschäfte in der Hauptsaison und der Ausfall der Weihnachtsmärkte. Dadurch seien viele Spontankäufe weggefallen, die der Onlinehandel nicht habe auffangen können. Hinzu komme für die Hersteller zusätzlicher Aufwand in ihren Werkstätten durch Hygiene- und Quarantäneregeln, der Ausfall von Beschäftigten wegen fehlender Kinderbetreuung sowie bürokratischer Aufwand beim Beantragen von Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld.

An der Umfrage zu den Folgen der Corona-Pandemie haben sich laut dem Verband 31 Mitgliedsunternehmen sowie 68 Fachhändler beteiligt.

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