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SachsenWeltkriegsbombe in Heidenau entschärft

17.08.2026, 16:16 Uhr
Die-Entschaerfung-der-russischen-Weltkriegsbombe-dauerte-etwa-anderthalb-Stunden

Gefährlicher Fund in der Elbe: Ein Wassersportler entdeckt eine 250-Kilo-Bombe, Tausende müssen aus ihren Häusern und Wohnungen raus. Wegen des niedrigen Wassers könnte es zu weiteren Funden kommen.

Heidenau (dpa/sn) - Die Weltkriegsbombe in der Elbe bei Heidenau ist entschärft. Am frühen Nachmittag entfernte der Kampfmittelbeseitigungsdienst zunächst die beiden Zünder und sprengte sie dann, teilte die Polizei mit.

Gut anderthalb Stunden nach Beginn der Entschärfung wurde der Sperrbereich rund um die Fundstelle aufgehoben. Die rund 3.800 betroffenen Anwohner konnten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Bombe mit zwei Zündern

"Es ist alles gut gegangen", sagte Sprengmeister Andreas Dörfel, Truppführer beim sächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienst. Der 250 Kilogramm schwere russische Blindgänger sei mit einem Kopf- und einem Heckzünder versehen gewesen. Zunächst habe das Team die Zünder gereinigt und dann ohne technische Hilfsmittel entfernt. "Wir konnten beide Zünder, obwohl sie so stark deformiert waren, händisch herausschrauben." Weil die Zünder nicht transportfähig waren, wurden sie vor Ort gesprengt.

Auch das Wetter spielte mit: "Das Gute war, dass das Gewitter weggezogen ist", erklärte Dörfel. Sonst hätte sein Team die Entschärfung unterbrechen müssen.

Der Blindgänger wird zur Entsorgung in die zentrale Sammelstelle in Zeithain gebracht und dort vernichtet. "Sie wird in Scheiben gesägt, die Scheiben kommen dann in den Abbrandofen, wo der Sprengstoff verbrannt wird, und der Stahlanteil geht zurück ins Stahlwerk", sagte Dörfel.

Wassersportler fand Bombe

Ein Wassersportler hatte die Bombe am Samstag in der Elbe bei Heidenau und dem Pirnaer Ortsteil Pratzschwitz entdeckt. Daraufhin brachte die Wasserschutzpolizei sie im Uferbereich an Land.

Vor der Entschärfung wurde der Bereich in einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstelle evakuiert. An dem Einsatz waren 218 Beamte der Polizeidirektion Dresden, der Bereitschaftspolizei Sachsen sowie des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beteiligt.

Anwohner Jörg Uganz nahm die Evakuierung gelassen. "Das ist eigentlich nicht so spektakulär, würde ich sagen, weil immer wieder mal was gefunden wird", sagte der 63-Jährige in der Notunterkunft in Heidenau. Die Johanniter informierten ihn am Morgen am Telefon über den Bombenfund. "Das ist alles gut organisiert gewesen."

Niedrigwasser erhöht Wahrscheinlichkeit für Bombenfunde

Da die Wasserstände in vielen sächsischen Flüssen derzeit sehr niedrig sind, ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Funde von Bomben oder Granaten laut Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes erhöht. Bei weiter sinkenden Wasserständen könnten mehr Sprengmittel in Ufernähe auftauchen, teilte Sprecherin Kirstin Ilga mit.

Bislang habe es aber noch keinen signifikanten Anstieg der Funde gegeben. Wegen der Trockenheit führen Flüsse vor allem in Nord-, Ost- und Mittelsachsen Niedrigwasser.

Was tun bei einem Bombenfund?

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, gefundene Sprengkörper selbst zu berühren oder zu bewegen. "Die Ansicht, Fundmunition sei nach Jahren ungefährlich geworden, ist lebensgefährlich", erklärte Ilga. Das Gegenteil sei der Fall: Durch den Aufschlag, Korrosion und chemische Zersetzung seien die Kampfmittel wesentlich empfindlicher.

Bei Weltkriegsrelikten, die lange im Wasser oder im Schlamm gelegen haben, könne es zudem im ungünstigsten Fall zu kristallinen Ausblühungen des Sprengstoffs kommen. "In solch einem Fall ist die Lagerfähigkeit nicht mehr gegeben und es gilt das Kampfmittel umgehend unschädlich zu machen", erläuterte Ilga. Die Bombe oder Granate müsse dann vor Ort gesprengt werden.

Wer einen Kampfmittelfund mache, solle den Ort markieren und andere warnen. Außerdem sollte sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.

Quelle: dpa

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