Regionalnachrichten

ThüringenBauwirtschaft fordert Beseitigung bürokratischer Hemmnisse

18.01.2023, 15:44 Uhr
Bauarbeiter-stehen-auf-der-Baustelle-eines-Mehrfamilienhauses
(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbol)

Ettersburg (dpa/th) - Die Thüringer Bauwirtschaft hat angesichts der schwierigen Konjunkturlage beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren gefordert. Das Bauen sollte zügig von vielen bürokratischen Hemmnissen befreit werden, verlangte Steffen Könnicke, Vorstandsvorsitzender der Landesgruppe Thüringen im Bauindustrieverband Hessen-Thüringen, am Donnerstag zur Jahresauftaktveranstaltung in Ettersburg bei Weimar. Dies fange bei einfacheren Transportgenehmigungen an.

Aufgrund fehlenden Fachpersonals bereite die Vergabe von Bauaufträgen der öffentlichen Hand immer größere Probleme, sagte Könnicke. "Die Planungs- und Genehmigungsprozesse dauern zu lange." Im vergangenen Jahr habe die Thüringer Bauwirtschaft von ihrem hohen Auftragsbestand gezehrt. Dieser sei nun bei vielen Baufirmen abgearbeitet.

Die Schere zwischen Aufträgen und Umsätzen gehe auseinander, sagte Könnicke. Das mache es für die Unternehmen immer schwerer, Aufträge zu erfüllen oder überhaupt Angebote abzugeben. Die Folge seien Bauverzögerungen oder sogar Baustopps. Könnicke appellierte, Investitionen in die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur nicht aufzuschieben.

Bauministerin Susanna Karawanskij kündigte laut Redetext eine umfassende Reform der Thüringer Bauordnung an. Damit solle das Bauen im Bestand erleichtert werden. Ein Schwerpunkt der Novelle sei aber auch, Rechtsgrundlagen für ein digitales Bauantragsverfahren zu schaffen. Für die Bauherren solle die vollständige elektronische Kommunikation ermöglicht werden, sagte die Linken-Politikerin.

Ein weiterer Schritt sei die Digitalisierung in den Bauaufsichtsbehörden. Hier sei gemeinsam mit dem Kreis Saalfeld-Rudolstadt ein Pilotprojekt entwickelt worden. Die Ministerin zeigte sich überzeugt davon, dass spätestens im Laufe des kommenden Jahres in allen Bauaufsichtsbehörden das elektronische Baugenehmigungsverfahren genutzt werden könne.

Quelle: dpa

Regionales