ThüringenBrandsatz geworfen - drei junge Männer unter Verdacht

Nach dem Wurf eines Brandsatzes und verfassungsfeindlichen Graffiti in Saalfeld hat die Polizei drei Tatverdächtige ermittelt. Um wen es sich handelt und wie es jetzt weitergeht.
Saalfeld (dpa/th) - Drei junge Männer stehen unter Verdacht, in Saalfeld einen Brandsatz auf ein Gebäude geworfen zu haben. Zudem sollen die 15- bis 19-Jährigen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet verfassungsfeindliche Graffiti geschmiert haben, wie die Polizei mitteilte.
Das Trio sei vernommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen worden. Gegen die Verdächtigen werde wegen versuchter Brandstiftung und politisch motivierter Sachbeschädigung ermittelt.
Ob es sich um einen Angriff aus dem rechten Lager handelt, sei derzeit noch in Prüfung. "Vieles spricht dafür, wir müssen aber sehen, was tatsächlich gesichert ist", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Thomas Riebel.
Kulturzentrum als Treffpunkt der linken Szene bekannt
Der Brandsatz war in der Nacht zu Mittwoch auf ein Kulturzentrum geworfen worden. Er hatte sich laut Polizei nicht entzündet, jedoch die Fassade beschädigt. Die Verdächtigen seien am Donnerstagabend gefasst worden.
Bei dem alternativen Kulturzentrum handelt es sich um einen bekannten Treffpunkt der linken Szene. "Wir erleben aktuell eine gezielte Strategie von extrem rechten Einschüchterungen, Bedrohungen und Angriffen", hatte dazu Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Linken-Fraktion im Landtag mitgeteilt.
Der Landessprecher der Grünen in Thüringen, Luis Schäfer, forderte, dass die Landesregierung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gegen den "erstarkenden Rechtsextremismus" in Thüringen handeln müsse. Zudem sollte der Schutz für das Kulturzentrum und andere betroffene Strukturen deutlich erhöht werden.