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ThüringenBußgeldeinnahmen in Thüringen deutlich gesunken

19.07.2026, 04:03 Uhr
Verkehrssuender-haben-in-Thueringen-im-ersten-Halbjahr-rund-15-9-Millionen-Euro-an-Verwarn-und-Bussgeldern-bezahlt

Wartungsstopp, clevere Technik und Prävention: Warum Thüringens Autofahrer seltener zahlen – aber einzelne Raser trotzdem saftige Bußgelder erhalten.

Erfurt (dpa/th) - Verkehrssünder haben im ersten Halbjahr in Thüringen deutlich weniger Geld in die Landeskasse gespült als im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern beliefen sich bis Ende Juni auf 15,9 Millionen Euro, wie die Landespolizeidirektion der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das waren rund 3,6 Millionen Euro oder 18,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Im Gesamtjahr 2025 betrugen die Einnahmen 36,7 Millionen Euro. Nicht in die Statistik der Thüringer Polizei eingeflossen sind Geschwindigkeitsverstöße, die von Kommunen festgestellt wurden.

Als einen Grund für den Rückgang nennt die Behörde wartungsbedingte Ausfälle: Stationäre Messstellenbereiche waren demnach zu Beginn des Jahres zeitweise abgeschaltet. Hinzu kommt nach Einschätzung der Polizei ein wachsender Präventionseffekt: Moderne Fahrzeuge verfügten häufig über automatische Verkehrszeichenerkennung, zudem nutzten viele Fahrer Navigationssysteme, die Tempolimits und bekannte Gefahrenstellen frühzeitig anzeigten. Das mindere vor allem Verstöße durch Unachtsamkeit.

Polizei setzt auf Aufklärung

Die Thüringer Polizei betont, dass sie insbesondere bei Großkontrollen bewusst auf transparente Vorankündigung und mediale Präsenz setzt. Die öffentliche Ankündigung schärfe das Bewusstsein der Autofahrer im Vorfeld und führe nachweislich zu einer defensiveren Fahrweise. Ziel sei nicht das massenhafte Ausstellen von Bußgeldbescheiden, sondern die langfristige Sensibilisierung für Gefahren durch Raserei, hieß es.

Trotz aller Warnungen gingen immer noch zu viele Fahrerinnen und Fahrer das Risiko ein, zu schnell zu fahren. Nach wie vor entfielen die meisten Verkehrsordnungswidrigkeiten im Freistaat auf Geschwindigkeitsüberschreitungen. Aber auch Ampel- und Gurtpflichtverstöße sowie die Nutzung von Handys am Steuer wurden geahndet.

Beim europaweiten Speedmarathon Mitte April erfasste die Polizei beispielsweise auf der A9 mit einem Videomessfahrzeug einen Autofahrer, der statt der erlaubten 120 Kilometer pro Stunde mehr als doppelt so schnell unterwegs war. Bei der 24-stündigen Aktion wurden landesweit 3.645 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Einen weiteren Extremfall verzeichnete die Polizei auf der A71: Ein Autofahrer überschritt an vier aufeinanderfolgenden Messstellen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde. Da die Verstöße in Tateinheit geahndet wurden, belief sich das Bußgeld auf satte 2.180 Euro - zuzüglich Gebühren und Auslagen.

Hotspot A9 bei Eisenberg: Nadelöhr mit hoher Verkehrsbelastung

Bei den stationären Messanlagen blitze es besonders häufig in Tunneln auf den Autobahnen: In der Tunnelkette Thüringer Wald an der A71 wurden demnach 38.739 und an der A4 im Jagdbergtunnel 37.545 Geschwindigkeitsübertretungen registriert.

Bei den mobilen Messanlagen wurden die meisten Verstöße mit 51.225 erfassten Überschreitungen im ersten Halbjahr an einer Stelle auf der A9 bei Eisenberg in Fahrtrichtung München erfasst. Die Polizei erklärt dies mit der hohen Verkehrsbelastung und dem "Nadelöhr"-Charakter des Abschnitts. Die Messstelle sei deshalb mehrfach temporär eingerichtet worden; aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials werde der Bereich besonders intensiv überwacht.

Im Vergleich zum Vorjahr habe die Polizei in Thüringen die Kontrollschwerpunkte erweitert. Neben Geschwindigkeit sowie Alkohol- und Drogenfahrten rücken nun verstärkt auch Zweiräder, E-Scooter und Pedelecs in den Fokus.

Quelle: dpa

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