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Thüringen Eisenach bleibt im Opel-Konzern: Erleichterung in Thüringen

(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv)

Bei Opel haben der Mutterkonzern Stellantis und die IG Metall Streitpunkte abgeräumt: Die beiden noch im Inland bestehenden Autofabriken bleiben Teil der deutschen Opel-Gesellschaft - und bauen sogar wieder Autos.

Eisenach/Rüsselsheim (dpa/th) - Nach Protesten der Belegschaft hat der Autokonzern Stellantis den Plan aufgegeben, die Produktionswerke seiner deutschen Tochter Opel auszugliedern. Die Astra-Fabrik am Stammsitz Rüsselsheim sowie das Werk im thüringischen Eisenach sollen innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weitergeführt werden, wie Unternehmen und IG Metall am Mittwoch berichteten. Es sei ein entsprechender Tarifvertrag abgeschlossen worden. Eisenach soll danach innerhalb der Opel GmbH wie schon Jahre zuvor wieder als hundertprozentige Tochter agieren.

In dem Thüringer Werk mit rund 1300 Beschäftigten soll zudem die Produktion zum Jahresbeginn verbindlich wieder aufgenommen werden, wie beide Seiten mitteilten. Sie war zwischenzeitlich wegen Teilemangels gestoppt, und die Mitarbeiter waren in Kurzarbeit geschickt worden. Das Werk werde künftig das gesamte Volumen des Opel-Modells Grandland herstellen, teilte Stellantis mit. Der Wagen wurde zwischenzeitlich auch an anderen Stellantis-Standorten montiert.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reagierte erleichtert. Er sehe darin auch einen Erfolg der Solidarität zwischen den Bundesländern mit Opel-Standorten und dem Zusammenstehen mit den Arbeitnehmern, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Er sprach von einem doppelten Erfolg für Eisenach - das Werk bleibe im Konzernverbund und erhalte exklusiv die Produktionszusage für den überarbeiteten SUV Grandland. "Ich bin froh, dass es so gekommen ist."

Er sehe kein Problem darin, dass das Werk in Eisenach künftig wieder als GmbH firmieren solle. "Wichtig ist, dass es im Opel-Verbund bleibt." Erleichtert äußerte sich auch die Oberbürgermeisterin von Eisenach, Katja Wolf (Linke), die sich zusammen mit Ramelow und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) für die Zukunft des nach der Wiedervereinigung eröffneten Werks eingesetzt hatte.

Tiefensee begrüßte, dass die Produktion des Opel Grandland in der ersten Januarwoche wieder anlaufe und das komplette Volumen des SUV in Eisenach produziert werden solle. Tiefensee: "Der Einsatz von Beschäftigten, Gewerkschaft und Politik hat Früchte getragen." Positiv sei, dass die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten unverändert blieben, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen weiter gelten würden.

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und die Regierungschefin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), hießen die Entscheidung gegen die Ausgliederung am Abend gut. "Die Opel-Werke sind wichtige Arbeitgeber und haben großen Einfluss auf den Wohlstand der betroffenen Regionen. Die geplante Ausgliederung sowie der viermonatige Produktionsstopp haben für Zweifel und Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt", teilten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Bodo Ramelow mit. "Umso mehr begrüßen wir, dass Stellantis den Standorten eine klare Zukunftsperspektive gibt."

Die IG Metall und die Betriebsräte hatten bei der angekündigten Ausgliederung um ihre Mitbestimmungsrechte gefürchtet und gegen eine mögliche "Zerschlagung" protestiert. Dabei hatten die Arbeitnehmer auch Unterstützung der Landesregierungen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz erhalten.

Der Eisenacher Betriebsratschef Bernd Lösche freute sich über die Vereinbarung, die laut einer internen Mitteilung mindestens bis Ende 2022 gilt. Lösche sagte: "Der Grandland exklusiv für Eisenach bringt nun die verbindliche Zusage, die wir in Eisenach brauchen, um mehr Zukunftssicherheit zu erlangen."

Die Zerschlagung von Opel sei verhindert und die Beschäftigung gesichert worden, sagte der Vorsitzende des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Er fügte an: "Ich hoffe, dass das Management in Zukunft das Unternehmen konstruktiver und transparenter lenkt und Opel ab jetzt nur noch mit innovativen Fahrzeugen die Beschäftigten und die Öffentlichkeit begeistert."

© dpa-infocom, dpa:211117-99-34284/8

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