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ThüringenFichten in Gefahr: Borkenkäfer ausgeschwärmt

08.05.2026, 14:29 Uhr
Borkenkaefer-in-Thueringen-ausgeschwaermt

Thüringen hat in den vergangenen Jahren viele seiner Fichtenbestände verloren. Durch Trockenheit geschwächte Nadelbäume wurden Opfer des Borkenkäfers. Wie die Lage in diesem Jahr ist.

Erfurt (dpa/th) - Borkenkäfer sind erstmals in diesem Jahr ausgeschwärmt, vor allem Fichtenbestände an sonnigen Hängen sind laut Landesforstanstalt in Gefahr. Die frühsommerlichen Temperaturen mit Werten um 20 Grad Celsius vor einer Woche hätten für den ersten Schwarmflug gesorgt.

Weil es mit Ausnahme dieser Woche seit März recht trocken war, drohe der Befall von Fichtenbeständen. Überwintert haben die Käfer, die sich in die Rinde von Fichten bohren und ihren Nachwuchs heranwachsen lassen, im Boden oder unter der Rinde.

Es sei zu befürchten, dass die Trockenheit seit Frühlingsbeginn viele der flach wurzelnden Fichten in ihrer natürlichen Abwehrkraft geschwächt habe, sagte ein Sprecher der Landesforstanstalt. Waldbesitzer sollten sich ein Bild über den Befall von Fichtenholz verschaffen. Erkennbar sei er am Bohrmehl, das die Käfer erzeugten. "Insbesondere Fichtenbestände mit letztjährigem Befall oder an sonnenexponierten Süd- und Südwesthängen sind gefährdet."

Borgenkäferplage in den letzten Jahren eingedämmt

Bei Befall müsse umgehend reagiert werden, Bäume müssten gefällt und aus dem Wald geschafft werden. Die Bekämpfung der ersten Borkenkäferwelle sei entscheidend, weil sie die Population nachfolgender Generationen verringern könne. Borkenkäfer könnten bei warmem Witterungsverlauf drei Generationen und damit etwa 160.000 Nachkommen produzieren.

2018 hatte eine klimawandelbedingte Borkenkäferplage in Thüringen eingesetzt, die 2023 laut Landesforstanstalt ihren Höhepunkt hatte. In den vergangenen beiden Jahren sei die Menge an durch Borkenkäfer verursachtes Schadholz deutlich gesunken - auch dank Forstschutzmaßnahmen.

Ende Januar wurden landesweit noch rund 3.550 Festmeter befallenes Holz registriert, das bisher nicht eingeschlagen wurde - weit weniger als im Januar 2025. In Thüringen fielen im vergangenen Jahr insgesamt rund 473.000 Festmeter Borkenkäfer-Schadholz an. 2024 waren es noch knapp 3,5 Millionen Festmeter. Besonders betroffen waren die an Fichten reichen Hochlagen des Thüringer Waldes sowie das Ostthüringer Schiefergebirge.

Quelle: dpa

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