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ThüringenFür Bücherwürmer in spe: Programm soll Lesekompetenz fördern

22.08.2026, 05:01 Uhr
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Wie spezielle Bücherkoffer Kindern und Eltern in Thüringen helfen sollen, gemeinsam zu lesen – nicht nur auf Deutsch.

Erfurt (dpa/th) - Im neuen Schuljahr können Schülerinnen und Schüler an mehr Thüringer Grundschulen von einem besonderen Leseförder-Angebot profitieren. Zum neuen Schuljahr sind sogenannte Bücherkoffer an acht weiteren Grundschulen eingeführt worden, wie aus Angaben des Bildungsministeriums hervorgeht. Damit nehmen nun insgesamt 32 Schulen mit 82 Klassen an dem Programm teil. Pro Klasse gibt es zwei Koffer.

In den Koffern stecken jeweils zwölf mehrsprachige Kinderbücher, die in der Familiensprache und beziehungsweise oder auf Deutsch gelesen und vorgelesene werden können. Dabei handelt es sich um Klassiker, aber auch um neuere Kinderbücher, wie es beim Verein Coach@School heißt, der das Programm entwickelt hat.

Klassiker und neuere Kinderbücher

Demnach werden die Bücher etwa danach ausgewählt, ob sie aktuelle wissenschaftliche und pädagogische Kriterien erfüllen. Nach Ministeriumsangaben werden die Bücherkoffer bereits seit 2016 in Schulen bundesweit genutzt. Mit dem Programm soll bei den Kindern die Lesefreude geweckt und Lesekompetenz gestärkt werden. Zudem gehe es darum, Mehrsprachigkeit wertzuschätzen und sichtbarer zu machen.

Auswertungen des Programms haben laut Ministerium ergeben, dass Kinder dadurch stärker zum Lesen motiviert werden und auch in der Familie häufiger gelesen werde. Die Eltern würden darüber stärker eingebunden.

Neben den Bücherkoffern selbst gehören zum Programm auch passende Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer, Unterrichtsmaterialien, aber vor allem auch Informationen für Eltern. Darin geht es etwa um Tipps, um im "Tandem" zu lesen.

Ziel: Bildungschancen für alle verbessern

Die Bücherkoffer kommen in Thüringen an sogenannten Startchancen-Schulen zum Einsatz. Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder gezielt Schulen unterstützen, die vor besonderen Herausforderungen stehen und Kindern unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Bildungschancen ermöglichen. 93 Startchancen-Schulen mit mehr als 23.000 Schülerinnen und Schülern gibt es in Thüringen.

Im vergangenen Schuljahr hatten einer statistischen Übersicht des Bildungsministeriums zufolge etwa 35.000 Schülerinnen und Schüler in Thüringen einen Migrationshintergrund. Das entsprach einem Anteil von etwas mehr als 13,5 Prozent aller Schüler. Mit etwa 10.600 und einer Quote von 15,6 Prozent lag der Anteil an Grundschulen etwas höher.

Quelle: dpa

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