ThüringenHitzeschutz und Hitzeflucht - Online-Karten informieren

Bundesweit informieren Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Pflegeverbände am 11. Juni über die Gesundheitsrisiken durch allzu große Hitze. In Thüringen gibt es neue Informationsangebote.
Erfurt (dpa/th) - Abkühlung und mehr: Auf zwei neuen Online-Karten können sich die Thüringer über konkrete Möglichkeiten zum Schutz vor großer Hitze informieren. Pünktlich zum bundesweiten Hitzeaktionstag an diesem Donnerstag sind eine Karte mit kühlen Orten und Erfrischungsmöglichkeiten und eine zentrale Informationsplattform zu Hitze und zum Schutz vor UV-Strahlung ans Netz gegangen, wie Thüringer Gesundheitsministerium und Umweltministerium mitteilten.
Die vom Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) entwickelte Kühle-Orte-Karte listet etwa Freibäder, Tourist-Informationen, Friedhöfe, Grünanlagen und Gewässer auf - sie umfasst mehrere Tausend Abkühlung bietende Orte. Das Hitzeportal des Landesamtes für Verbraucherschutz wiederum informiert über gesundheitliche Risiken durch übermäßige Hitze, besonders gefährdete Gruppen, Verhaltenstipps, Warnsignale des Körpers aktuelle Hitzewarnungen und regionale Klimadaten.
Nach früheren Angaben des TLUBN gab es in den vergangenen Jahren vor allem im Thüringer Becken und in Teilen Ostthüringens immer wieder trockene und heiße Perioden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte den größeren Thüringer Städten Erfurt, Jena, Gera und Weimar in ihrem aktuellen Hitze-Check Defizite beim Hitzeschutz bescheinigt.
Gesetzliche Regelung für Hitzeschutz gefordert
Landesärzte- und Landesapothekerkammer warnen anlässlich des Aktionstages vor Gesundheitsrisiken durch Hitzewellen, etwa Herz- und Kreislaufprobleme oder ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, was sich auch in mehr Klinikeinweisungen zeige. "Hitze ist eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland", erklärten die Kammern. Sie forderten, den gesundheitlichen Hitzeschutz gesetzlich zu verankern. Kommunen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Kindergärten, Schulen und Unternehmen sollten Schutzkonzepte pragmatisch umsetzen.
Am Hitzeaktionstag wollen bundesweit mehr als 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft auch darauf aufmerksam machen, dass Deutschland auf Extremhitze als Krisenlage aus ihrer Sicht bislang nicht ausreichend vorbereitet ist.