ThüringenHohe Gefährdung: IT-Grundschutz soll Cyberattacken abwehren

Mehr als 24,1 Millionen E-Mails hat Thüringen 2025 aus Sicherheitsgründen abgewehrt. Nun soll ein IT-Grundschutz auch die Kommunen besser vor Cyberangriffen schützen.
Erfurt (dpa/th) - Spionage, Spam und Schadsoftware: Die Thüringer Landesregierung schätzt die Gefährdungslage im IT-Bereich als hoch ein - und will Kommunen bei der Abwehr von Cyberattacken helfen. Die Landesverwaltung sei im Bereich Sicherheit gut aufgestellt, sagte Digitalisierungsstaatssekretärin Milen Starke der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Die Angriffe auf unsere IT-Systeme bleiben jedoch auf einem hohen Niveau und werden immer perfider. Wir müssen unsere IT-Abwehrkräfte stetig überprüfen und weiterentwickeln."
Nach Angaben des Digitalministeriums wurden im Jahr 2025 rund 35,1 Millionen E-Mails erfasst - rund 24,1 Millionen davon wurden aus Sicherheitsgründen zentral abgewiesen. Außerdem erkannten die Sicherheitssysteme 371.000 E-Mails als Spam, bei 63.000 Mails wurde Schadsoftware erkannt.
Auch in der ersten Jahreshälfte 2026 wurde fast die Hälfte der 14,9 Millionen E-Mails aus Sicherheitsgründen abgewiesen - insgesamt 7,2 Millionen Mails.
IT-Sicherheit der Kommunen soll verbessert werden
Starke kündigte an, die Zusammenarbeit mit den Kommunen zu verbessern, um dort die IT-Sicherheit zu verbessern. "Für ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau in den Kommunen soll in allen kommunalen Verwaltungen der IT-Grundschutz eingeführt werden", sagte die Staatssekretärin.
Angriffe mit Verdacht auf Spionage
Grund für die bereits im vergangenen Jahr nach Einschätzung des Ministeriums angespannte Sicherheitslage war vor allem die politische Weltlage. Als Beispiele nennt das Ministerium den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten. Da Deutschland die Ukraine unterstütze, sei es ein potenzielles Ziel für prorussische Akteure, heißt es aus dem Ministerium.
Bei 4.174.564 Angriffen im Jahr 2025 gab es einen Anfangsverdacht eines Spionageversuchs. "Diese konnten detektiert und abgewehrt werden", erklärte das Digitalministerium.