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ThüringenRamelow: Kampf um Zalando-Standort noch nicht verloren

23.01.2026, 13:40 Uhr
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(Foto: Jacob Schröter/dpa)

Thüringens Ex-Ministerpräsident war vor seiner Politik-Karriere Gewerkschaftsfunktionär. Nun unterstützt er den Zalando-Betriebsrat in Erfurt.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält den Kampf des Zalando-Betriebsrates um das von Schließung bedrohte Erfurter Logistikzentrum mit 2.700 Arbeitnehmern nicht für verloren. Der Linke-Politiker, der seit 2025 Bundestagsvizepräsident ist, bat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und die Präsidentin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, in Briefen um Gespräche zusammen mit dem Zalando-Betriebsrat. Dabei soll es um Möglichkeiten zur Standortsicherung gehen, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

In den gleichlautenden Schreiben, die der dpa vorliegen, macht Ramelow darauf aufmerksam, dass die Standortschließung "ohne Vorwarnung und ohne jegliche Mitbestimmung" verkündet worden sei. Nach einem Treffen mit dem Betriebsrat des Erfurter Logistik-Standorts schrieb Ramelow, es gehe nun um das rechtlich vorgeschriebene Verfahren der Arbeitnehmerbeteiligung, aber auch um Alternativen oder neue Investitionen in den Standort.

Ramelow bringt Kurzarbeit ins Gespräch

Der Linke-Politiker, der vor dem Einstieg in die Politik Gewerkschaftsfunktionär war, brachte Kurzarbeit und Qualifizierungsprogramme für die Zalando-Belegschaft ins Spiel. Damit könnten mögliche Investitionen in den Standort flankiert werden.

"Wenn wir über den Standort Erfurt reden, dann reden wir nicht nur über 2.700 originär dort Beschäftigte, sondern auch über mindestens noch einmal 1.000 Personen, die direkt oder indirekt dienstleistend für den Standort Erfurt tätig sind", heißt es in den Briefen an Bas und Nahles. Es gehe darum, wie der Standort Erfurt so leistungsfähig wie der von Zalando präferierte Standort Gießen gemacht werden könne.

Arbeitsvermittler im Logistikzentrum

Rund zwei Wochen nach der Zalando-Entscheidung sucht die Thüringer Landesregierung ebenfalls nach Perspektiven für die Beschäftigten und den Standort. Seit Wochenbeginn ist die regionale Arbeitsagentur mit acht Vermittlern direkt in dem Unternehmen vertreten. Zunächst sollen nach Angaben der Regionaldirektion Fälle von Arbeitnehmern bearbeitet werden, bei denen in nächster Zeit befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird der Kontakt zum ausländischen Eigentümer der riesigen Logistikhalle gesucht, die Zalando nur gemietet habe. Dabei gehe es auch um eine künftige Nutzung und damit neue Arbeitsplätze. Der Internet-Modehändler und Dax-Konzern will sein Logistikzentrum in Erfurt im September schließen.

Quelle: dpa

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