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Thüringen Salzhaltige Haldenabwässer sollen in Kali-Grube

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Bischofferode/Leipzig (dpa/th) - Teile der 1993 nach einem langen Arbeitskampf der Bergleute stillgelegten Kali-Grube Bischofferode sollen jetzt salzhaltige Abwässer aufnehmen. Es gehe dabei um Abwasser, das bei Regen von der Abraumhalde des ehemaligen Nordthüringer Kali-Werks fließt, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) am Montag in Leipzig mit. Die LMBV ist nach eigenen Angaben für die Umweltsanierung zuständig. Um das Abwasser zu verringern, sei in den kommenden Jahren eine teilweise Abdeckung der Halde geplant.

Das Haldenabwasser werde mit stark salzhaltigen Produktionsabwässern des Kali-Produzenten K+S (Kassel) gemischt und über eine Bohrung unter Tage verbracht. Damit sei gewährleistet, dass in den unterirdischen Hohlräumen kein Salz gelöst wird. K+S hat für seine Kali-Werke im Werra-Gebiet an der thüringisch-hessischen Landesgrenze seit Jahren Entsorgungsprobleme für Abwässer.

Bisher würde das Haldenwasser aus Bischofferode über ein Sammelbecken in Wipperdorf kontrolliert an den Vorfluter der Wipper, einen Nebenfluss der Unstrut, abgegeben, so die LMBV. Nach einer entsprechenden Genehmigung der Thüringer Behörden würde mit der Flutung eines Teilbereichs der Grube Bischofferode Ende 2022 begonnen. Sie solle bis Ende 2023 dauern. Für das partielle Abdecken der Abraumhalde sei der Zeitraum von 2024 bis 2032 vorgesehen.

Produktionsabwässer von K+S sollen per Tanklaster nach Bischofferode kommen. Am Montag habe das Kali-Unternehmen mit den Vorbereitungen für eine Entladestation begonnen. Dafür liege eine Genehmigung vor. Von der Entladestelle entstehe eine etwa 600 Meter lange Pipeline bis zum Bergwerk.

Teile des Bergwerks Bischofferode waren bereits in der Zeit nach der Stilllegung geflutet worden, um die Grube zu verschließen. Die Bergleute hatten sich in den 1990er Jahren gegen die Stilllegung der Kali-Grube gewehrt, die noch über Rohstoffe für viele Jahre verfügten sollte. Zeitweise gingen sie in einen Hungerstreik.

Quelle: dpa

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