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ThüringenSchnell steigende Nebenkosten sorgen für höhere Mieten

06.05.2026, 13:39 Uhr
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Derzeit erhalten viele Mieter in Thüringen ihre Nebenkostenabrechnungen. Oft ist das Erschrecken groß. Was die Kosten treibt und wie die Wohnungswirtschaft darauf reagiert.

Suhl (dpa/th) - Die schnell steigenden Nebenkosten belasten viele Mieter in Thüringen. Nach Angaben des Verbandes der Wohnungswirtschaft, der vor allem die kommunalen und genossenschaftlichen Vermieter vertritt, stiegen allein die Nebenkosten für Heizung und warmes Wasser im Freistaat seit 2020 jährlich im Schnitt um 4,4 Prozent. Andere Nebenkosten wie Wasser, Steuern oder Grünpflege erhöhten sich durchschnittlich um 3,5 Prozent pro Jahr, sagte Verbandsdirektor Frank Emrich beim Tag der Wohnungswirtschaft in Suhl. Dagegen stiegen die Kaltmieten nur moderat um 1,8 Prozent jährlich.

"Die Nebenkosten sind die Wohnkostentreiber", sagte Emrich. Sie seien von den Vermietern kaum zu beeinflussen, würden einen Teil der Mieter jedoch an ihre Belastungsgrenze bringen. Sie müssten einen wachsenden Anteil ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Trotzdem sei die Zahl der säumigen Mietzahler gering. "Wir haben nicht mehr Zahlungsausfälle als bisher."

Gera bei Nebenkosten relativ günstig, Sonneberg teuer

Im Schnitt lag die Warmmiete, bei den vom Verband vertretenen 238 Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr bei 9,02 Euro pro Quadratmeter. Sie sei im Ländervergleich noch relativ günstig. 2020 habe die Warmmiete allerdings nur 7,49 Euro pro Quadratmeter betragen.

Emrich verwies auf große regionale Unterschiede vor allem bei den Kosten für Fernwärme. Für eine Wohnung mit 60 Quadratmetern liegen die warmen Nebenkosten in Gera bei 957,60 Euro im Jahr, in Sonneberg bei 1.706,40 Euro. Der Verband fordere mehr Transparenz bei den Fernwärmekosten durch die verschiedenen Versorger - Freiwilligkeit reiche dabei nicht aus. "Bisher ist die Preisaufsicht bei Fernwärme nur rudimentär", sagte Emrich. Er erwarte ein aktiveres Agieren der Landeskartellbehörde. 80 Prozent der 261.000 Wohnungen der Verbandsunternehmen würden mit Fernwärme beheizt.

Quelle: dpa

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