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ThüringenStatistik: Bald weniger als zwei Millionen Thüringer

30.03.2026, 11:58 Uhr
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Die Einwohnerzahl im Freistaat geht immer weiter zurück. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen im Süden und Osten. Doch auch an den Städten geht der Trend nicht vorbei.

Erfurt (dpa/th) - Der Bevölkerungsrückgang in Thüringen setzt sich fort: Einer neuen Prognose zufolge könnten schon bald weniger als zwei Millionen Menschen im Freistaat leben. Bis Ende 2030 könnte die Marke unterschritten sein, wie aus Berechnungen des Landesamtes für Statistik hervorgeht. Derzeit leben rund 2,1 Millionen Menschen in Thüringen. Der Prognose zufolge könnte die Einwohnerzahl Thüringen bis zum Jahr 2045 stetig fallen - auf dann rund 1,8 Millionen Menschen. Das wären dann etwas weniger Einwohner als Hamburg aktuell hat und würde einem Rückgang um 15,1 Prozent beziehungsweise rund 317.000 Menschen weniger entsprechen.

Wenige Geburten treffen auf viele Sterbefälle

Hauptgrund für den Bevölkerungsschwund ist den Statistikern zufolge ein Sterbeüberschuss - es sterben also deutlich mehr Menschen als zur Welt kommen. Verstärkt wird der Trend durch die "außerordentlich niedrigen Geburtenzahlen der letzten Jahre", schreiben die Statistiker. Für das Jahr 2026 rechnen die Experten beispielsweise mit 10.900 Geburten, die jedoch 31.500 zu erwartenden Todesfällen gegenüberstehen.

Vom Bevölkerungsrückgang sind in den Berechnungen ländlich geprägte Regionen im Süden und Osten des Landes besonders stark betroffen. So wird für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bis 2045 ein Rückgang von 22,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 erwartet, im Landkreis Sonneberg von 21,5 Prozent. Auch die Landkreise Saale-Orla, Greiz, Hildburghausen, Kyffhäuserkreis und Nordhausen sowie die Stadt Suhl liegen über der 20-Prozent-Marke.

Keine Großstadt legt bei den Einwohnern zu

Doch auch die Städte werden vom demografischen Wandel nicht verschont: "Jede kreisfreie Stadt und jeder Landkreis wird Bevölkerungsverluste verzeichnen, wenn auch in unterschiedlicher Intensität", schreiben die Statistiker. Die Landeshauptstadt Erfurt wird nach den Berechnungen bis zu Jahr 2045 um etwa 7,2 Prozent schrumpfen und dann noch rund 203.100 Einwohner haben. Ende 2024 waren den Angaben nach 218.800 Einwohner. Für Jena ist ein Rückgang um 7,1 Prozent vorhergesagt, für Gera um 9,2 Prozent und für Weimar um 6,3 Prozent.

Zwar werden laut der Statistik alle kreisfreien Städte und Landkreise Wanderungsgewinne erzielen können - mit Ausnahme des Saale-Holzland-Kreises. "Diese reichen jedoch nicht aus, das Geburtendefizit zu kompensieren", so die Statistiker.

Quelle: dpa

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