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ThüringenWenn das Aufstehen länger dauert: Frühjahr im Bärenpark

08.03.2026, 05:02 Uhr
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Wer morgens kaum aus dem Bett kommt, kann es nachvollziehen: Aus der Winterruhe zu erwachen, ist ein Prozess. Das zeigt sich auch im Bärenpark, wo die Winterruhe noch eine große Bedeutung hat.

Worbis (dpa/th) - Manche Schnauze wurde schon aus der Höhle gesteckt, andere haben ihr Winterquartier für die ersten Sonnenstrahlen des Frühjahrs kurzzeitig schon mal verlassen: Allmählich beenden die Bären im Alternativen Bärenpark Worbis ihre Winterruhe. "Der Aufwachprozess dauert etwas länger: Die meisten Bären – bis auf zwei – haben sich schon mal sporadisch blicken lassen", fasst Ulrike Richter zusammen. Sie ist Tierpflegerin in dem Park im Eichsfeld.

Die meisten Bären würden erst gegen Mitte oder Ende März komplett aus dem Winter-Modus herauskommen. "Und dann gibt es unsere Langschläferin, Katja, die braucht meistens bis Anfang, oder Mitte April", so Richter. Zunächst kommen die Tiere der Expertin zufolge für einige Minuten aus ihren Höhlen, schauen sich um und kehren dann wieder zurück. "Das steigert sich dann nach und nach."

Warum Winterruhe für diese Bären besonders ist

Alle aktuell neun Bären im Park tragen einen Namen. Gemein haben die Tiere eine meist traurige Vorgeschichte, da etwa Vorbesitzer sie nicht artgerecht gehalten haben. Der Park in Worbis versucht gezielt solchen Bären ein neues, möglichst naturnahes Zuhause zu geben.

"Uns freut es sehr, dass alle unsere Bären es schaffen, in die Winterruhe zu gehen, das ist für sie nicht unbedingt selbstverständlich", erklärt Richter. Bei den Vorbesitzern hätten die Tiere nie die Möglichkeit gehabt, in die Winterruhe zu gehen. So habe es in den teils engen und kargen Käfigen etwa keine Rückzugsmöglichkeiten gegeben.

Bären buddeln selbst ihre "Betten"

Im Park in Worbis graben sich die Tiere selbst ihre Höhlen in die Hügel, wie Richter sagt. "Ein enger Gang führt hinein, dann kommt der Schlafkessel." Manche Tiere graben sich demnach jedes Jahr ein neues Winterquartier, andere wechseln die Unterkünfte. "Und wir haben Traditionalisten, die jedes Jahr dieselbe Höhle nutzen", so Richter.

Mehrere Monate verbringen Braunbären in der freien Natur laut Naturschutzbund BUND in der Winterruhe, um Energie zu sparen. Je nach Wetter verlassen die Tiere in dieser Zeit mitunter auch kurzfristig ihr Winterlager und brauchen zuvor angefressene Fettreserven auf. Die bauen die Allesfresser auch mit dem Verzehr von reichlich pflanzlicher Nahrung wie Eicheln, Nüsse und anderen Baumfrüchten auf. Die Winterruhe bedeute für die Bären in der Regel eine Art Dämmerzustand und keinen festen Nachtschlaf wie beim Menschen, heißt es bei der Stiftung hinter dem Bärenpark.

Während die Bären noch vor sich hindämmern…

…sind ihre tierischen Nachbarn bereits besonders aktiv: Für Wölfe und Luchse ist Paarungszeit. "Dabei kommt aber nichts herum", betont Richter mit Blick auf möglichen Nachwuchs. Die im Park aufgenommenen Wildtiere, die in freier Natur kaum Überlebenschancen hätten, sind kastriert oder sterilisiert.

Quelle: dpa

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