Regionalnachrichten

ThüringenMehr als 55.600 Unterrichtsstunden in Thüringens Museen

19.03.2026, 12:22 Uhr
Museen-koennen-laut-Museumsverband-Thueringen-fuer-Schuelerinnen-und-Schueler-auch-Lern-Experimentier-und-Gestaltungsorte-sein
(Foto: Jacob Schröter/dpa)

Museen sind nicht nur Wissensspeicher, sondern auch ernstzunehmende Wissensvermittler im Bildungssystem. Das unterstreichen Zahlen zu Schulklassenbesuchen des Museumsverbands.

Erfurt (dpa/th) - Tausende Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr Thüringens Museen besucht und dort gelernt. Das geht aus einer Erhebung des Museumsverbands Thüringen unter 134 Museen und deren Trägern hervor. Die Häuser organisierten 55.614 museumspädagogische Unterrichtseinheiten. 14.234 Schulklassen haben demnach von dem Angebot profitiert.

"Das zeigt, wie wichtig Museen als außerschulische Bildungsorte sind", sagte Verbandsvizepräsidentin Franziska Zschäck. Dort könne auch Schulwissen vermittelt werden. Kinder könnten an authentischen Orten Dinge im "wahrsten Sinne des Wortes begreifen", so Zschäck.

Museen als Experimentier- und Gestaltungsräume für Schüler

Museen böten zudem Lernmöglichkeiten, die sich nicht alle Schulen leisten könnten, ergänzte Vizepräsident Timo Mappes. Er verwies etwa auf das Thermometermuseum in Geraberg, wo Schüler Experimente zum Temperaturmessen durchführen können, sowie auf das Lindenau-Museum Altenburg. Mit seinen Studio-Angeboten biete das Haus Schulen die Nutzung des Ateliers und von Werkstätten an.

Tatsächlich sei häufig die Nachfrage seitens der Schulen größer, als dass diese für die Häuser zu leisten wäre, sagte Zschäck. "Museen müssen Anfragen ablehnen, weil sie das Personal nicht haben." Als besonders eindrückliches Beispiel führte Mappes die Gedenkstätte Buchenwald an: Diese habe im vergangenen Jahr in mehr als 1.000 Fällen Absagen erteilen müssen.

Netzwerke bilden, um mehr Museumspädagogik zu ermöglichen

Damit die Anfragen besser aufgefangen werden können, wünscht der Verband mehr Unterstützung seitens der Politik. Er appelliert aber auch an Museen und deren Träger, sich besser zu vernetzen. So könnten in den jeweiligen Regionen Pool-Lösungen mit Museumspädagogen geschaffen werden, auf die die Häuser zugreifen können. Gerade für kleinere Museen, die sich keine ganze Stelle für Museumspädagogik leisten könnten, sei das eine Chance, sagte Mappes. Ein solches Netzwerk sei etwa schon in Südthüringen erfolgreich etabliert.

Besucherzahlen steigen, "Corona-Tal" aber nicht durchschritten

Rund 3,97 Millionen Besucher zählten die Museen im vergangenen Jahr. Allerdings meldeten nicht alle Häuser ihre Statistik, hieß es beim Verband. Im Jahr davor waren es etwa 3,86 Millionen gewesen. Verbandspräsident Roland Krischke sieht zwar eine "klare Verstetigung in positiver Richtung" bei den Besucherzahlen. "Die Entwicklung führt uns aber immer noch erst aus dem "Corona-Tal" heraus." Der Verbandsstatistik zufolge kamen in den Jahren von 2020, als hierzulande wegen der Corona-Pandemie etwa auch zeitweise Museen für Besucher geschlossen worden waren, jährlich durchschnittlich knapp vier Millionen Gäste.

Ein Besuchermagnet sei 2025 die Landesausstellung zu 500 Jahren Bauernkrieg gewesen. Dieses führte zu einem deutlichen Besucher-Plus bei Museen in Nordthüringen, allen voran den Mühlhäuser Museen, gefolgt vom Panorama Museum Bad Frankenhausen und dem Regionalmuseum Bad Frankenhausen.

Rund 240 Museen sind Mitglieder im Verband. Dazu gehören die Häuser großer Stiftungen, aber auch Kleinstmuseen im ländlichen Raum.

Quelle: dpa

Regionales