ThüringenEmotionale Stimmung bei den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen

Der Iran-Krieg riss Lücken in das Festival-Programm. Warum die Veranstalter bei den Kulturtagen in Thüringen die Leerstellen nicht einfach füllen wollten.
Erfurt (dpa/th) - Der Iran-Krieg hat auch bei den diesjährigen Jüdisch-Israelischen Kulturtagen Thüringen Spuren hinterlassen. "Die Kulturtage standen unter einem besonderen Stern: Viele Künstler konnten einfach nicht kommen", sagte Festivalleiter Johannes Gräßer.
Zu dem Festival waren wie jedes Jahr auch Musikerinnen und Musiker aus Israel erwartet worden. Kurz vor Start des Festivals am 5. März hatten Ende Februar die USA und Israel den Iran mit Luftschlägen angegriffen, der Krieg dauert an. Der Flugverkehr wurde im Zuge des Kriegs deutlich eingeschränkt und Verbindungen wurden komplett gestrichen, sodass auch eingeladene Künstler nicht nach Thüringen kommen konnten.
Lieber Musik statt Sirenen
Zehn Veranstaltungen konnten Gräßer zufolge nicht stattfinden. "Wir wollten auch nicht immer einfach Ersatz organisieren: Die Lücken, die der Krieg reißt, können auch hier zu spüren sein." Vieles Veranstaltungen seien emotional gewesen, auch habe er weiter Kontakt zu den Künstlern in Israel. Eine Musikerin habe sich gemeldet und erklärt, auch sie wäre gerne in Thüringen und würde lieber der Musik als den Sirenen lauschen, so Gräßer.
Die Kulturtage enden heute Abend.