ThüringenHier können sich Menschen in Thüringen am meisten leisten

Die Einkommen in Thüringen sind vergleichsweise gering - die Preise auch. Damit ist die Kaufkraft im Freistaat bundesweit im Mittelfeld. Es gibt aber Ausreißer.
Erfurt (dpa/th) - In Jena, Weimar und Erfurt können sich die Menschen in Thüringen von ihrem Einkommen durchschnittlich am wenigsten leisten. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln berechnet. Während die Einkommen in den drei Städten landesweit eher im unteren Mittelfeld sind, liegt das Preisniveau deutlich über dem anderer Thüringer Regionen. Am meisten blieb vom Einkommen der Analyse zufolge in den Landkreisen Hildburghausen, Greiz oder im Eichsfeld hängen.
Niedrige Einkommen, niedrige Preise
Im bundesweiten Vergleich liegt die Kaufkraft in Thüringen demnach auf Rang 8 von 16. Das um die regionalen Preise bereinigte regionale Durchschnittseinkommen betrug im Jahr 2023 - aktuellere Daten lagen nicht vor - 27.651 Euro. Im Freistaat werden demnach die bundesweit drittniedrigsten Einkommen erzielt. Allerdings sind nur in Sachsen-Anhalt die Lebenshaltungskosten niedriger als in Thüringen.
Konkret sieht das Ranking in den Städten und Landkreisen so aus:
Landkreis Hildburghausen: 29.378 Euro
Landkreis Greiz: 29.243 Euro
Landkreis Eichsfeld: 29.002 Euro
Wartburgkreis: 28.905 Euro
Suhl: 28.773 Euro
Landkreis Schmalkalden-Meiningen: 28.704 Euro
Saale-Holzland-Kreis: 28.667 Euro
Landkreis Sonneberg: 28.534 Euro
Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: 28.309 Euro
Saale-Orla-Kreis: 28.261 Euro
Altenburger Land: 28.258 Euro
Landkreis Weimarer Land: 27.929 Euro
Landkreis Gotha: 27.407 Euro
Landkreis Sömmerda: 27.380 Euro
Gera: 27.276 Euro
Unstrut-Hainich-Kreis: 27.103 Euro
Ilm-Kreis: 26.954 Euro
Landkreis Nordhausen: 26.946 Euro
Kyffhäuserkreis: 26.834 Euro
Erfurt: 25.977 Euro
Weimar: 25.646 Euro
Jena: 25.302 Euro
Bayern hat die höchste Kaufkraft
Am besten schneidet Bayern ab. Hier trifft das höchste nominale Einkommen auf die dritthöchsten Preise. Das führt zu einer bereinigten regionalen Kaufkraft von 30.396 Euro.
Basis der Auswertung ist eine aufwendige Datensammlung des IW Köln zu den regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen in Deutschland, die die Forscher mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft haben.
Beide beruhen auf Daten des Jahres 2023, weil vor allem für die Einkommen keine aktuelleren validen Zahlen vorliegen. Mit einer früheren Auswertung des IW Köln zum selben Thema sind die Daten nur eingeschränkt vergleichbar. Damals hatte das bayerische Starnberg den ersten Platz belegt, nun ist es Heilbronn in Baden-Württemberg.