ThüringenWartburg-Schätze und Kurioses: Sonderschau zeigt Bau-Funde

Konservendosen, Brillen von 1520 und geheime Botschaften im goldenen Kreuz: Die Sonderausstellung auf der Wartburg lüftet skurrile Bau-Geheimnisse.
Eisenach (dpa/th) - Auf der Wartburg bei Eisenach stehen im kommenden Jahr umfangreiche Sanierungsarbeiten am Palas, dem neuen Treppenhaus und dem Gadem an. Das ist für Ausstellungsmacher Anlass genug, um Gästen bereits jetzt Geschichten von der "Baustelle Wartburg" zu erzählen.
Seit Samstag können Besucher in der Sonderausstellung "Schätze, Schutt, Skurrilitäten" Kurioses und Wissenswertes rund um die zahlreichen Bauarbeiten erfahren, die sich von der Erneuerung der Wartburg unter Großherzog Carl Alexander bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ereignet haben. "Auf der Wartburg wurde immer und zu jeder Zeit gebaut", sagt Kuratorin Grit Jacobs. Dabei wurden so manche kostbaren Schätze und auch skurrile Stücke gehoben und hinterlassen.
Konservendosen für Schildkrötenfleisch
Einige dieser Fundobjekte sowie Zierelemente wie Drachenköpfe und Wasserspeier - die im Depot verschwanden - können Besucher in der Ausstellung besichtigen. Gezeigt werden etwa auch alte Konservendosen für Edelpflaumen und Schildkrötenfleisch, die im Dachraum des Palas gefunden worden, oder gut erhaltene Brillen um 1520.
Daneben werden historische Fotografien, Dokumente und Anekdoten präsentiert. Außerdem werden Gewerke und Handwerker vorgestellt, die mit unterschiedlichsten Transportmitteln wie Loren und einer Seilbahn für Baumaterialien und Schutt den Berg bezwangen. "Manch einer von ihnen verewigte sich stolz an der Bausubstanz oder schmuggelte eine leere Flasche Vita Cola neben die Kassette in das goldene Kreuz", so Jacobs.