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Thüringen Zahl der Corona-Neuinfektionen in Thüringen steigt weiter

Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

(Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild)

In Deutschland infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. Die Inzidenz steigt beharrlich. Doch während der Wert bundesweit gerade erst leicht über 100 liegt, steigt er in Thüringen auf 220. Nicht sonderlich zu nimmt hingegen die Impfquote.

Erfurt (dpa/th) - Das Corona-Infektionsgeschehen nimmt in Thüringen weiter deutlich zu. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, die Sieben-Tage-Inzidenz, lag am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 219,7. Am Vortag lag der Wert noch bei 206,3, am Freitag noch unter der 200er-Marke (192,7). Zum Vergleich: Am ersten Sonntag im Oktober hatte die Corona-Inzidenz noch bei 74,9 gelegen.

Der Freistaat hatte am Wochenende weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern. Deutschlandweit lag die Inzidenz laut RKI am Sonntag bei 106,3 (Vortag 100). Damit war der Wert in Thüringen weiter mehr als doppelt so hoch. Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten am Wochenende nach RKI-Angaben 1470 Neuinfektionen und einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Spanne der Inzidenzen auf kommunaler Ebene bewegte sich zuletzt zwischen 92,2 im Landkreis Nordhausen und 361,8 im Kyffhäuserkreis. Der Kyffhäuserkreis befindet sich als einziger Landkreis in der Warnstufe drei. Hier liegt seit über einer Woche auch die Zahl der wöchentlich hospitalisierten Fälle je 100.000 Einwohner über dem kritischen Wert von 12. Die Hospitalisierungsinzidenz ist ein Faktor für die Eingruppierung in Warnstufen. Nordhausen und Sömmerda (97) befinden sich als einzige Thüringer Regionen noch in der Warnstufe eins des Thüringer Corona-Frühwarnsystems. Alle anderen Regionen sind in Warnstufe zwei eingeordnet.

"Die Infektionszahlen steigen leider weiter an", sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Samstag. "Und wir erleben auch, dass die Zahlen der Belegung der Intensivstationen langsam ansteigen." Das beste Mittel gegen eine schwere Erkrankung sei weiterhin eine Covid-19-Impfung. Thüringen gehört mit einer Quote von 60 Prozent vollständig Geimpften im bundesweiten Vergleich zu den Schlusslichtern.

Mit dem Wochenende schloss auch das letzte überregionale Impfzentrum in der Messe Erfurt seine Türen. Von den einst vier überregionalen Impfzentren in Gera, Leinefelde, Meiningen und Erfurt war alleine das am 10. März in der Landeshauptstadt in Betrieb gegangene Zentrum über den Sommer hinaus fortgeführt worden. Hintergrund der Schließungen waren auslaufende Mietverträge und anderweitig geplante Nutzungen der Hallen, aber auch die sinkende Nachfrage nach Terminen. Ende Dezember sollen die Thüringer Impfstellen folgen und ihren Betrieb einstellen.

Das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) informierten bereits am Donnerstag darüber, dass die Impfstellen zum Jahresende vollständig schließen. "Auch, wenn die Impfstellen schließen, können wir alle unbesorgt sein: Die Thüringer Ärztinnen und Ärzte stehen weiterhin für die Impfungen in ihren Praxen bereit", sagte die Erste Vorsitzende, Annette Rommel. Auch seien die mobilen Impf-Teams weiter im Dienst. Die Impfstellen und -zentren waren laut Ministerium seit Beginn des Jahres eine tragende Säule der Thüringer Impfkampagne. Mehr als 1,5 Millionen Impfungen wurden demnach bisher in den 29 Impfstellen und vier überregionalen Impfzentren durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von fast zwei Dritteln an der Thüringer Impfquote insgesamt.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Freistaat nachweislich 145 904 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert; 4461 starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.

© dpa-infocom, dpa:211024-99-715167/3

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