Reise

Belfasts lebendige Erinnerung Als wäre die "Titanic" noch da

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Ein virtueller Einblick in das Schiff.

(Foto: Sonja Gurris)

Sie war das berühmteste Schiff der Welt und von Beginn an ein Mythos: die "Titanic". Im nordirischen Belfast steht ein Museum, das die tragische Geschichte auf einzigartige Weise zeigt. Das "Titanic Belfast" ist eine Attraktion, die hält, was sie verspricht.

Die tragische Geschichte der "Titanic" fasziniert Millionen. Der Untergang des als unsinkbar geltenden Schiffes elektrisiert nicht nur seit dem Kino-Epos mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet im Jahr 1997 wieder die Massen - sie ist schon immer ein Mythos.

Auch das ist sicher einer der Gründe, warum im nordirischen Belfast das Museum "Titanic Belfast" so viele Besucher mehr als 100 Jahre nach dem Untergang des Schiffes anlockt. Der moderne Bau steht im Hafenviertel, wo einst die "Titanic" gebaut wurde.

Das 268 Meter lange Schiff wurde in der Werft von "Harland & Wolff" gefertigt. Am 31. Mai 1911 lief es vom Stapel und sollte dann im Jahr 1912 seine Jungfernfahrt von Southampton nach New York machen. New York erreichte das Schiff nicht - es sank am 14. April 1912. Ein Mythos, der unzählige kleine und große Geschichte produzierte. Sie alle finden sich in der Belfaster Ausstellung wieder.

In eine andere Epoche eintauchen

Belfast & Nordirland

Der Eintritt in das Museum "Titanic Belfast" kostet 18 Pfund Sterling (entspricht etwa 20 Euro) und umfasst auch den Besuch des restaurierten Schiffs "SS Nomadic".

In Belfast lohnt es sich außerdem, eine Black Cab Tour zu buchen und sich dort über den Nordirlandkonflikt und seine Auswirkungen auf die Stadt zu informieren. Besonders interessant sind dabei die sogenannten Murals, die Wandbilder, die viele Geschichten erzählen.

Wer etwas mehr Zeit in Nordirland verbringen möchte, sollte an die Küste fahren. Die Causeway Coastal Route eignet sich für einen entspannten Roadtrip. Neben Mountainbike-Routen gibt es auch viele Möglichkeiten für Wanderungen und diverse Wassersportarten. Ein echtes Highlight ist zudem das Naturereignis "The Giant's Causeway".

Wer in das "Titanic Belfast" hineingeht, taucht in die Belfaster Welt zu Zeiten der Industrialisierung ein. Die Arbeitsbedingungen waren hart. Die Stadt machte sich vor allem mit dem Bau von Schiffen einen Namen. Dabei kam der Auftrag für die "Titanic" gerade recht, schließlich sollte sie das Vorzeigeschiff und damit besonders prestigeträchtig werden.

Die Besucher erfahren detailliert, wie die Erbauer das Megaschiff planten und wie hart die Arbeit war, vor allem für die einfachen Werftarbeiter. Ein besonderes Highlight des Museums ist dabei die Rundfahrt in einer Karussellkonstruktion, in der man durch die Werftkulisse fährt und sich direkt in die damalige Zeit zurückversetzt fühlt. Es ist laut - und ist nichts für schwache Nerven.

Einblick in gesellschaftliche Ordnung

Ein paar Gänge weiter können Besucher virtuell durch das Innere des Schiffes fahren. Ein Film zeigt die Aussicht auf verschiedene Decks - den Blick von der Brücke, die Räumlichkeiten der elitären Gäste, die einfachen Kabinen und den Maschinenraum. Es ist auch ein Einblick in die gesellschaftliche Rangordnung der damaligen Zeit. Durch diese anschaulichen Exponate gelingt es, den Besucher in den "Titanic"-Bann zu ziehen.

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Auf einer Karussell-Konstruktion "fährt" der Besucher durch die Werft.

(Foto: Sonja Gurris)

Nach der Fertiggstellung des Schiffs geht es für den Besucher chronologisch weiter: Vom Stappellauf in Belfast bis zum Crash mit dem Eisberg vor Neufundland, der binnen weniger Stunden das Leben der allermeisten "Titanic"-Reisenden beendete. Die Ausstellung lebt auch von den vielen Schicksalen von Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Puzzleteil für Puzzleteil werden einzelne Geschichten erzählt, letzte Botschaften vorgelesen - und auch das juristische Nachspiel erklärt.

Im vorletzten Raum wird dann auch der Bezug zum Hollywood-Film aufgenommen. Celine Dions weltberühmtes "My heart will go on" dröhnt aus den Lautsprechern. Spätestens dann wird der Besucher bedrückt sein ob des Schicksals, das die "Titanic"-Reisenden aus dem Leben riss.

Doch auch für diejenigen, die über die wissenschaftlichen Aspekte des Wracks etwas wissen möchten, hält die Ausstellung etwas bereit. Am Ende des Rundgangs können die Besucher sehen, wie das Schiffswrack heute aussieht - und sie können viel darüber erfahren, wie einzelne mit Algen umwobene Gegenstände wie Schuhe, Waschbecken oder andere Möbel ihre eigene Geschichte erzählen. Das geht auch ganz ohne Worte.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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