Reise

Flug- und Hotelbranche größte Verlierer Firmen sparen sich Dienstreisen

Immer mehr Firmen in Deutschland ersetzen in der Wirtschaftskrise Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter durch Video- und Telefonkonferenzen. Das geht aus der Geschäftsreise-Analyse 2009 des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Demnach nutzen inzwischen zwei Drittel der Unternehmen moderne Kommunikationsmittel für Konferenzen. "Die intelligente Reisevermeidung gehört zunehmend zum Standardrepertoire des Mobilitätsmanagements", heißt es in der Untersuchung des Verbandes, der in Frankfurt seinen Sitz hat.

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Bei Geschäftsreisen wird immer häufiger auf Übernachtungen verzichtet.

Firmen in Deutschland gaben im vergangenen Jahr fast 47 Milliarden Euro für Geschäftsreisen aus, das waren 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Sie buchten für ihre Mitarbeiter zusammen 163 Millionen Geschäftsreisen (minus 2,1 Prozent). Für das laufende Jahr plant der Analyse zufolge jedes dritte Unternehmen weniger Dienstreisen. "Im Trend liegen Ein-Tages-Reisen zur Einsparung der Übernachtung und längere Aufenthalte zur Minimierung der Transportkosten", teilte der Verband mit. Etwa die Hälfte plane keine Veränderungen, jeder zehnte Betrieb sogar mehr Reisen.

Die durchschnittliche Dauer einer Geschäftsreise blieb 2008 mit 2,3 Tagen stabil. Eine Reise kostete im Mittel 311 Euro. Mit 135 Euro pro Tag gab ein Geschäftsreisender laut Analyse im Durchschnitt rund doppelt soviel aus wie ein Urlauber.

Größte Verlierer: Fluggesellschaften und Flughäfen

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Auch die Nachfrage nach Business-Flügen ist rückläufig.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die größten Verlierer der Krise seien Fluggesellschaften und Flughäfen. 37 Prozent der Unternehmen erwarten eine sinkende Nachfrage. Mit Einbußen müssen demnach auch Hotels (33 Prozent), die Mietwagen-Branche (29 Prozent) und der Schienenverkehr (26 Prozent) rechnen.

Der VDR erwartet zunehmende Marktverwerfungen durch veränderte Geschäftsreise-Praktiken. Als Beispiele nannte VDR-Präsident Dirk Gerdom eine höhere Nachfrage nach Economy-Class-Flügen zulasten der teureren Business Class oder mehr Kleinwagen statt Limousinen bei den Dienstwagen. Fluggesellschaften könne bei weniger Verbindungen ein dauerhafter Slot-Verlust an wichtigen Flughäfen drohen.

Quelle: ntv.de, dpa

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