Solar in der dunklen JahreszeitBalkonkraftwerk im Winter: Wie ertragreich ist das überhaupt?

Mini-Solaranlagen nutzen die Sonneneinstrahlung, um Strom zu erzeugen. Im Winter ist Tageslicht allerdings oft knapp. Rechnet sich ein Balkonkraftwerk trotzdem?
An bewölkten Wintertagen mit wenigen Sonnenstunden sind bei einem Balkonkraftwerk naturgemäß keine großen Erträge zu erwarten. Kann sich die Installation trotz der geringeren Energieausbeute in der dunklen Jahreszeit lohnen? Wir machen den Check und geben Tipps, wie sich auch im Winter das Maximum aus der Mini-Solaranlage herausholen lässt.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk im Winter?
Klar: Im Winter sind die Tage kürzer, die Sonne steht tiefer und liefert entsprechend weniger Energie. Das drückt die mögliche Stromausbeute. Moderne Solarmodule können aber auch diffuses Licht nutzen und erzeugen damit selbst ohne direkte Sonneneinstrahlung Strom. Für möglichst hohe Erträge sind zudem eine Ausrichtung nach Süden und ein etwas steilerer Neigungswinkel von etwa 30 bis 55 Grad sinnvoll, damit das Balkonkraftwerk effizient arbeitet.
Grundsätzlich gilt: Mit selbst erzeugten Kilowattstunde fließt weniger Strom aus dem öffentlichen Netz in den eigenen Haushalt. Die Amortisation hängt daher nicht nur von der starken Sommerproduktion ab, sondern auch von den kontinuierlichen – wenn auch niedrigeren – Erträgen in der kalten Jahreszeit.
Wie viel Strom erzeugt ein Solarmodul im Winter?
Dass ein Balkonkraftwerk in den Wintermonaten weniger Strom liefert als an sonnenreichen Sommertagen, ist naheliegend. Aber wie groß ist der Unterschied in der Praxis? Unser 2024 getestetes 880-Watt-Balkonkraftwerk von Kleines Kraftwerk kam im Juli an sonnigen Tagen auf 3,2 bis 3,7 Kilowattstunden. Im Winter lagen die Messwerte an bewölkten Tagen bei rund 0,3 Kilowattstunden – also deutlich darunter. Immerhin: An sonnigen Wintertagen sind sogar bis zu 1,3 Kilowattstunden möglich, also etwa ein Drittel des Sommerniveaus. Dazu kommt: Durch Verschattungsphasen und einen flachen Neigungswinkel dürfte unser Test-Setup noch etwas Ertrag verlieren.
Balkonkraftwerk im Winter: Die Größe ist entscheidend
Für Mini-Solaranlagen gilt: Je größer das Balkonkraftwerk, desto mehr Strom lässt sich produzieren. Bei großen Balkonen oder der Montage auf einem Flachdach oder im Garten können es also ruhig Modelle mit vier oder mehr Solarmodulen sein, um die Strom-Eigenproduktion möglichst zu maximieren.
Wer dafür nicht den nötigen Platz hat, kann alternativ zu kleineren Balkonkraftwerken mit XL-Modulen greifen. So müssen nur ein oder zwei Panels montiert werden, die durch ihre größere Fläche jedoch ebenfalls mehr Sonnenlicht einfangen können als herkömmliche Modelle.
Ein solches Balkonkraftwerk-Komplett-Set bietet beispielsweise Kleines Kraftwerk an. Die XL-Module können laut Hersteller jeweils bis zu 500 Watt generieren. Zum Vergleich: Die normal großen Module kommen auf 450 Watt. Dank bifazialer Rückseite und moderner TOPCon-Zellen arbeiten diese Solarpanels besonders effizient.
XL-Solarmodule: 2 x 500 Watt, bifazial, mit TOPCon-Verarbeitung
Wechselrichter: 800 Watt Hoymiles HMS-800W-2T mit WLAN
Lieferumfang: 2 Solarmodule, Wechselrichter, Schuko-Steckdosenkabel (5 Meter), 2 Verlängerungskabel
Produktgarantie: 25 Jahre
Tipp: Optional gibt es das Balkonkraftwerk bei Kleines Kraftwerk auch mit verschiedenen Halterungen, zum Beispiel für Gitterbalkone, Flachdächer oder Wände. Diese lassen sich jedoch nicht im Winkel verstellen.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Weitere Tipps für die effiziente Balkonkraftwerk-Nutzung im Winter
Neben der Größe und der maximalen Kapazität von Balkonkraftwerken lohnt es sich auch, auf die folgenden Punkte zu achten:
Bifaziale Solarmodule nehmen auch auf der Rückseite Sonnenlicht auf, das beispielsweise von der Wand reflektiert wird. Das erhöht den Ertrag ganzjährig.
Moderne Solarmodule mit N-Typ-Solarzellen oder TOPCon-Zellen arbeiten effizienter als herkömmliche PERC-Module, weil die Leitfähigkeit höher ist, was wiederum den Wirkungsgrad steigert.
Ähnlich wie Kleines Kraftwerk bietet auch Solakon Balkonkraftwerke mit modernen Solarmodulen an. Der Bestseller bei Amazon beispielsweise kommt mit zwei bifazialen 445-Watt-Modulen, die mit N-Typ-Zellen arbeiten.
Solarmodule: 2 x 500 Watt, bifazial, mit N-Typ-Zellen
Wechselrichter: 800 Watt Growatt NEO 800M-X mit WLAN
Lieferumfang: 2 Solarmodule, Wechselrichter, Schuko-Steckdosenkabel (5 Meter), 2 Verlängerungskabel
Ausführliche Tipps, wie Nutzer im Winter das meiste aus ihrem Balkonkraftwerk herausholen, gibt dieser Ratgeber: 3 Tipps: Balkonkraftwerk im Winter: Den größten Ertrag rausholen.
Der Neigungswinkel sollte bei Balkonkraftwerken im Winter bei 30 bis 55 Grad liegen. Die flachen Sonnenstrahlen treffen dann senkrecht auf die Module. Empfehlenswert sind daher Halterungen, die sich im Neigungswinkel verstellen lassen
Auch die regelmäßige Reinigung der Solarmodule ist wichtig, damit das Balkonkraftwerk ordentlich arbeiten kann. Schnee oder nasses Laub verdecken die Solarmodule, wodurch die Zellen kein Licht aufnehmen können. Wie sich ein Balkonkraftwerk im Winter von Schnee und Hagel schützen lässt, lesen Interessierte hier nach: Balkonkraftwerke: Pflege- und Schutztipps im Winter.
Fazit: Darum lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch im Winter
Nicht nur in der Theorie, auch in der Praxis zeigt sich: Ein Balkonkraftwerk kann sich im Winter durchaus lohnen. An sonnigen Tagen generiert unsere Testanlage mit 880 Watt immerhin bis zu 1,3 Kilowattstunden an Strom, was etwa ein Drittel des durchschnittlichen Sommerertrags ist. Wer mit dem Gedanken spielt, sich jetzt eine Mini-Solaranlage zuzulegen, sollte bei der Auswahl, der Installation und der Inbetriebnahme daher auf drei Aspekte besonders achten: Die Leistungsfähigkeit des Balkonkraftwerks, die sich durch größere Module und moderne Technologien erhöht, den Montagewinkel und die Reinigung der Panels.
