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Im Herbst oder im Frühjahr?Verbrannten Rasen nachsäen: Das ist der beste Zeitpunkt

10.09.2026, 18:02 Uhr
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Nach einem heißen Sommer zeigt sich der Rasen vielerorts trocken und lückenhaft. Der September bietet gute Bedingungen, um kahle Stellen neu einzusäen. (Foto: Imago)

Hitze und Trockenheit können dem Rasen im Sommer stark zusetzen. Doch nicht alles muss gleich neu eingesät werden. Wann ist der beste Zeitpunkt, um kahle und vertrocknete Stellen zu reparieren?

Kurz nach der Hitzewelle im Juni war es wieder so weit: Viele Gärten und Parkanlagen hierzulande sahen aus, als wäre Deutschland plötzlich mitten in der Toskana. Braune Rasenflächen statt sattem Grün. Und in den kommenden Jahren dürften Hitze und Trockenheit im Sommer nicht unbedingt weniger werden.

Wer nach dem Sommer braune oder kahle Stellen im Rasen entdeckt, muss mit der Reparatur nicht bis zum Frühjahr warten. Gerade der September bietet häufig gute Voraussetzungen für eine Nachsaat.

Verbrannter Rasen: Erst prüfen, dann nachsäen

Zunächst eine gute Nachricht für alle hitzegeplagten Gärtner: Braun bedeutet nicht zwangsläufig tot, wie die Deutsche Rasengesellschaft (DRG) mitteilt. Selbst ein Rasen, der nach längeren Hitze- und Trockenperioden stark verbrannt aussieht, kann sich demnach zumindest teilweise wieder erholen, denn unter den abgestorben wirkenden Halmen können wichtige Pflanzenteile noch leben.

Bevor direkt wieder ausgesät wird, lohnt sich deshalb etwas Geduld. Wenn nach der Trockenperiode der erste Regen dem trockenen Boden neues Leben einhaucht, kann auch der Rasen neue Kraft tanken und innerhalb der folgenden Tage frische grüne Triebe zeigen. Ist das der Fall, kann sich zumindest ein Teil des Rasens aus eigener Kraft regenerieren. Wer nicht bis zum nächsten Regen warten will, kann vorher einen Vitalitätstest machen. Wie das geht, verrät die DRG: Einfach mit einem Messer kleine fünf bis acht Zentimeter tiefe Rasendreiecke aus dem Boden schneiden, im Topf mit Blumenerde einpflanzen und feucht halten. Wenn der Rasen noch genug Reserven hat, sollen nach ungefähr einer Woche die ersten grünen Spitzen sprießen.

Bleiben dagegen kahle Flächen zurück, ist eine Nachsaat sinnvoll. Vor allem komplett abgestorbene Stellen schließen sich ohne Hilfe nur langsam und bieten in der Zwischenzeit Platz für Unkraut.

Rasen im Herbst oder erst im Frühjahr nachsäen?

Wer im September vor einem löchrigen Rasen steht, muss normalerweise nicht bis zum nächsten Frühjahr warten. Der Spätsommer und frühe Herbst bieten sogar einige Vorteile: Der Boden ist noch vom Sommer erwärmt, während große Hitze und damit starke Verdunstung zunehmend unwahrscheinlicher werden. Gleichzeitig steigt die Chance auf regelmäßige Regenschauer.

Entscheidend ist allerdings weniger das Datum im Kalender als die Witterung. Rasensamen benötigen ausreichend Wärme und vor allem eine gleichmäßige Wasserversorgung, um zu keimen. Welche Mindesttemperatur erforderlich ist, hängt auch von den enthaltenen Grasarten und dem Saatgut ab.

Je später die Nachsaat erfolgt, desto größer wird allerdings das Risiko niedriger Temperaturen. Mitte September bestehen in Deutschland üblicherweise noch deutlich bessere Voraussetzungen als Ende Oktober. Ist der Herbst bereits weit fortgeschritten und kündigen sich dauerhaft niedrige Bodentemperaturen beziehungsweise erste Fröste an, kann Warten bis zum Frühjahr sinnvoller sein.

Welcher Rasensamen eignet sich für verbrannte Stellen?

Rasensamen ist nicht gleich Rasensamen. Welche Mischung sinnvoll ist, hängt auch davon ab, warum der alte Rasen verschwunden ist. Sind nur einzelne Bereiche betroffen und ist der übrige Rasen gesund, bietet sich eine klassische Nachsaatmischung an. Der Wolf Garten Turbo Nachsaatrasen ist laut Hersteller speziell für diesen Zweck vorgesehen.

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Mit den schnell keimenden Samen sollen kahle Lücken und kleine Löcher im Rasen schnell Geschichte sein. "Die Mischung ist für alle Rasentypen geeignet und für extrem hohe Belastungen und Strapazierfähigkeit ausgelegt", verspricht der Hersteller.

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Sieht der ganze Rasen dagegen nach fast jedem heißen Sommer ähnlich aus, lohnt sich ein anderer Ansatz. Statt die Schäden immer wieder mit gewöhnlicher Nachsaat zu reparieren, kann eine trockenheitsverträglichere Mischung sinnvoll sein.

Compo Saat Trocken-Rasen ist eine Mischung für sonnige und trockene Standorte. Enthalten ist Compo zufolge unter anderem Rohrschwingel. Diese Grasart bildet besonders lange Wurzeln und kann dadurch Wasservorräte in tieferen Bodenschichten erreichen.

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Das macht den Rasen allerdings nicht vom ersten Tag an trockenheitsfest. Die jungen Pflanzen müssen zunächst ein entsprechendes Wurzelsystem entwickeln und benötigen nach der Aussaat ebenfalls zuverlässig Wasser. Compo empfiehlt im ersten Jahr weiterhin regelmäßig zu gießen.

Verbrannten Rasen nachsäen: So geht es Schritt für Schritt

Ist klar, welche Bereiche neu eingesät werden müssen, kommt es vor allem auf eine gute Vorbereitung und die Wasserversorgung nach der Aussaat an.

1. Abgestorbene Rasenreste entfernen

Lose, vertrocknete Halme sollten zunächst mit einem Rechen entfernt werden. Das Saatgut soll später nicht auf einer dicken Schicht abgestorbenen Pflanzenmaterials liegen, sondern möglichst guten Kontakt zum Boden bekommen. Bei einer kleinen Kahlstelle genügt dafür meist eine Harke oder ein Rechen. Ein großflächiges Vertikutieren ist allein wegen einiger verbrannter Stellen nicht erforderlich.

2. Boden auflockern

Anschließend die oberste Bodenschicht der kahlen Stellen leicht aufrauen. Gerade nach längerer Trockenheit kann der Untergrund hart und verdichtet sein. Auf einer lockeren Oberfläche lässt sich das Saatgut besser verteilen und einarbeiten. Einfach Rasensamen auf harten, ausgetrockneten Boden zu streuen, verspricht dagegen wenig Erfolg.

3. Das passende Saatgut verteilen

Wie viel Rasensamen benötigt wird, steht auf der jeweiligen Packung. An diese Mengenangabe sollte man sich halten: Eine besonders große Menge Samen bedeutet nicht automatisch einen dichteren Rasen. Bei kleinen Reparaturflächen lassen sich die Samen gut per Hand verteilen. Größere Flächen sollten möglichst gleichmäßig eingesät werden.

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4. Rasensamen leicht einarbeiten und andrücken

Die Samen anschließend mit einem Rechen vorsichtig in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Sie sollten dabei nicht tief unter der Erde verschwinden. Bei Compo wird beispielsweise eine maximale Tiefe von einem Zentimeter angegeben. Danach die Fläche vorsichtig antreten oder mit einer Rasenwalze bearbeiten. Der sogenannte Bodenschluss ist wichtig, damit die Samen ausreichend Kontakt zur feuchten Erde bekommen.

5. Nach der Aussaat gründlich gießen

Jetzt beginnt der wichtigste Teil der Nachsaat. Die Fläche wird gründlich, aber vorsichtig bewässert. Ein zu harter Wasserstrahl spült das sorgfältig verteilte Saatgut gleich wieder davon. In den folgenden Tagen darf das Saatbett nicht austrocknen. Gerade die obersten Millimeter des Bodens trocknen bei Sonne und Wind schnell aus. Je nach Wetter kann während der Keimphase deshalb mehrmaliges kurzes Gießen am Tag nötig sein.

6. Frisch eingesäte Stellen möglichst nicht betreten

Die ersten grünen Halme sprießen schließlich? Hervorragend, aber noch ist Vorsicht geboten, denn die jungen Pflanzen sind noch empfindlich. Die reparierten Bereiche sollten deshalb möglichst wenig betreten werden.

Das Mähen sollte ebenfalls warten, bis die jungen Gräser ausreichend gewachsen sind. Die konkrete Empfehlung hängt vom Saatgut ab. Compo nennt bei seinem Trocken-Rasen beispielsweise eine Halmlänge von acht bis zehn Zentimetern für den ersten Schnitt und empfiehlt, zunächst auf etwa sechs Zentimeter zu kürzen.

Diese Fehler können die Nachsaat zunichtemachen

Rasensamen ausstreuen, Wasser drauf, fertig? Ganz so einfach ist die Reparatur leider nicht. Einige typische Fehler können dazu führen, dass auch nach Wochen kahle Stellen übrig bleiben. Die Bayerische Gartenakademie und die DRG haben Tipps.

Zu früh aufgegeben: Ein brauner Rasen kann noch leben. Deshalb zunächst prüfen, ob er sich regeneriert, wenn er wieder genug Wasser bekommen hat.

Auf abgestorbene Halme gesät: Ohne ausreichenden Kontakt zur Erde keimt es sich schlechter. Vertrocknete Pflanzenreste deshalb vorher entfernen.

Samen zu tief eingegraben: Rasensamen werden lediglich oberflächlich eingearbeitet. Die Angaben auf der Saatgutpackung geben die richtige Vorgehensweise vor.

Saatgut austrocknen lassen: Gerade während der Keimphase ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit entscheidend. Ein einziger kräftiger Regenguss ersetzt keine kontinuierliche Wasserversorgung.

Zu spät im Herbst angefangen: Kühlt der Boden bereits stark aus, verlangsamt dies das Keimen oder verhindert es gleich ganz. In diesem Fall ist das Frühjahr der bessere Zeitpunkt.

Die Ursache ignoriert: Verbrennt dieselbe Fläche aufgrund ihrer sonnigen Lage jeden Sommer aufs Neue, kann eine trockenheitsverträglichere Rasenmischung sinnvoller sein als die wiederholte Reparatur mit gewöhnlichem Saatgut.

Fazit: Im September lohnt sich die Rasenreparatur noch

Bei kahlen Stellen nach einem heißen Sommer besteht im September kein Grund, automatisch bis zum Frühjahr zu warten. Warme Böden und nachlassende Sommerhitze können gute Bedingungen für eine erfolgreiche Nachsaat schaffen.

Vorher sollte allerdings geklärt werden, ob der braune Rasen tatsächlich abgestorben ist. Und wer regelmäßig mit Trockenschäden zu kämpfen hat, kann die Gelegenheit nutzen, statt einer gewöhnlichen Nachsaat eine Rasenmischung auszuprobieren, die besser an trockene und sonnige Standorte angepasst ist.

Quelle: ntv.de