SchleimhautentzündungenKlein und schmerzhaft: Was bei Aphthen im Mund wirklich hilft

Aphthen sind meist harmlos, können Essen, Trinken und sogar Sprechen aber ordentlich vermiesen. Was gegen die fiesen Stellen hilft – und wann sie zum Arzt gehören.
Ein winziger weißlicher Fleck im Mund, drumherum eine gerötete Stelle – und plötzlich brennt selbst ein Schluck Orangensaft höllisch. Dahinter kann eine sogenannte Aphthe stecken. Die kleinen Geschwüre der Mundschleimhaut sind nicht ansteckend und verschwinden in den meisten Fällen von allein wieder.
Was sind Aphthen eigentlich?
Typisch für Aphthen sind milchig-weiße bis gelbliche Stellen mit einem entzündeten roten Rand. Sie können beispielsweise an der Innenseite der Lippen und Wangen, am Zahnfleisch oder an der Zunge auftreten.
Medizinisch werden drei Formen unterschieden: Am häufigsten (bis zu 80 Prozent) sind die kleinen Minor-Aphthen, die meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen ohne Narben abheilen, berichtet die Shop Apotheke. Deutlich seltener treten Major-Aphthen auf, die größer und tiefer sind, stärker schmerzen und mehrere Wochen bestehen können. Ebenfalls selten sind herpetiforme Aphthen, bei denen zahlreiche winzige, schmerzhafte Stellen gleichzeitig auftreten können.
So unangenehm sie sind: Kleine Aphthen sind meist harmlos. Laut Apotheken Umschau heilen sie in der Regel innerhalb von etwa zwei Wochen von selbst ab. Besonders schmerzhaft sind häufig nur die ersten Tage.
Was hilft gegen Aphthen?
Die Heilung lässt sich meist nicht einfach beschleunigen. Es gibt aber einige Möglichkeiten, die Beschwerden erträglicher zu machen, wie unter anderem die Krankenkasse AOK berichtet:
Reizendes Essen meiden: Sehr scharfe, saure oder harte Lebensmittel können die betroffene Stelle zusätzlich reizen. Auch Alkohol kann unangenehm brennen.
Mundhygiene beibehalten: Trotz Schmerzen sollte die Mundpflege nicht komplett ausfallen. Eine weiche Zahnbürste kann dabei angenehmer sein und verhindert zusätzliche mechanische Reizung.
Schmerzen lokal lindern: Betäubende Salben oder Gele können vorübergehend gegen die Schmerzen helfen. Je nach Beschwerden kommen außerdem entzündungshemmende oder antiseptische Präparate infrage. Bei stärkeren Beschwerden kann ärztlich oder in der Apotheke geklärt werden, welches Mittel geeignet ist.
Direkt im Mundraum aufgetragen wird beispielsweise das Kamistad-Gel mit Lidocain und Kamille oder das Dynexan-Mundgel Abhilfe zu schaffen:
Ganz gezielt aufgetragen wird das Filmogel von Urgo. Dabei handelt es sich laut Hersteller um ein gebrauchsfertiges Flüssigpflaster zur Behandlung von Aphthen und kleinen Wunden der Mundschleimhaut. Bei Amazon erreicht es 4,6 von fünf Sternen bei über 120 Bewertungen:
Als antibakterielle Mundspülung bei Zahnfleischentzündungen kann das Produkt von Hexoral mit dem Wirkstoff Hexetidin gegen Aphten helfen:
Sehr bekannt und beliebt in Sachen Wundheilung ist außerdem die Marke Bepanthen. Auch zur Behandlung kleiner Verletzungen der Mundschleimhaut gibt es eine passende Lösung der Marke:
Tipp: Vorbeugend kann eine tägliche Mundspülung mit Chlorhexidin, etwa von Chlorhexamed, wirken. Laut Hersteller reduziert sie Bakterien im Mundraum und hilft bei Reinigung und Pflege im Mund:
Ebenfalls antibakteriell soll die Mundspülung von Meridol wirken:
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Warum entstehen Aphthen?
Eine eindeutige Ursache gibt es bislang nicht, so das Universitätsspital Zürich. Aber: Laut den Experten können verschiedene Faktoren die Entstehung begünstigen.
Dazu gehören beispielsweise kleine Verletzungen der Mundschleimhaut, etwa durch Zahnspangen, Prothesen oder scharfkantige Lebensmittel. Auch Stress und hormonelle Veränderungen werden als mögliche Trigger genannt.
Bei wiederkehrenden Aphthen können unter anderem Nährstoffmängel, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen eine Rolle spielen. Das bedeutet allerdings nicht, dass hinter jeder kleinen Aphthe automatisch ein Vitaminmangel oder eine Erkrankung steckt.
Wann sollten Betroffene mit Aphthen zum Arzt?
Meist heißt es: ein paar Tage durchhalten. Es gibt jedoch Situationen, in denen die Beschwerden ärztlich beziehungsweise zahnärztlich abgeklärt werden sollten. Das gilt insbesondere, wenn die Stellen nach rund zwei Wochen nicht abgeheilt sind, ungewöhnlich tief oder sehr schmerzhaft sind oder immer wieder auftreten. Auch zusätzliche Beschwerden wie Fieber sind ein Grund für eine Untersuchung.
Wer vermutet, dass ein Medikament hinter den Mundgeschwüren steckt, sollte dies ebenfalls ärztlich besprechen. Medikamente sollten deshalb nicht eigenständig abgesetzt werden.
Fazit: Nervig, aber meistens harmlos
Aphthen können erstaunlich viel Ärger auf wenigen Millimetern verursachen. Zum Glück verschwinden die kleinen Geschwüre meistens von selbst. Bis dahin helfen vor allem reizarmes Essen, vorsichtige Mundpflege und bei Bedarf schmerzlindernde Mittel. Bleibt die Stelle hartnäckig oder treten Aphthen regelmäßig auf, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

