Inflation steigt weiterTagesgeld: Wer bietet Zinsen über der Inflationsrate?

Die Inflation in Deutschland ist im August erneut gestiegen. Für Sparer wird es damit umso wichtiger, eine Anlage zu finden, deren Rendite nicht durch den Kaufkraftverlust aufgezehrt wird.
Waren und Dienstleistungen verteuerten sich nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juni 2026 lag sie noch bei 2,3 Prozent. Für Sparer ist die Entwicklung relevant: Liegt die Verzinsung des Ersparten dauerhaft unter der Teuerungsrate, verliert das Geld real an Kaufkraft. Umso interessanter sind Tagesgeldangebote, deren aktueller Aktionszins oberhalb der Inflationsrate liegt. Gleich mehrere Banken bieten Neukunden derzeit drei Prozent und mehr.
Consorsbank: 3,6 Prozent für fünf Monate
Erst vor Kurzem hat die Consorsbank die Verzinsung ihres Tagesgeldkontos noch einmal erhöht. Mit 3,6 Prozent pro Jahr (p. a.) gehört das Angebot aktuell zu den besten Aktionen am Markt und liegt deutlich über der derzeitigen Inflationsrate. Der Aktionszins gilt für fünf Monate und Guthaben bis zu einer Million Euro. Ein Girokonto bei der Consorsbank ist dafür nicht erforderlich. Die Zinsen werden vierteljährlich gutgeschrieben.
Zinssatz: 3,6 Prozent p. a.
Laufzeit: 5 Monate
Zinsgutschrift: vierteljährlich
Aktionszins: für Einlagen bis 1 Million Euro
Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 Euro über Frankreich sowie zusätzliche Absicherung über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollten sich etwa die Zinsen von den hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter sie nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
Die Consorsbank gehört zur französischen BNP Paribas. Einlagen sind daher über die französische gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde abgesichert. Darüber hinaus ist die Bank Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.
ING: Bis zu 3,75 Prozent mit zusätzlichem Girokonto
Den höchsten Aktionszins im Vergleich bietet derzeit die ING – allerdings nicht ohne zusätzliche Bedingung. Wer neben dem Tagesgeldkonto ein Girokonto eröffnet, erhält für vier Monate 3,75 Prozent p. a. Ohne neues Girokonto werden 3,2 Prozent p. a. gezahlt und damit ebenfalls mehr als die aktuelle Inflationsrate.
Beide Aktionszinsen gelten für Guthaben bis 250.000 Euro. Nach vier Monaten fällt die Verzinsung auf den dann gültigen variablen Standardzins zurück. Wer kein Girokonto eröffnen möchte, kann für das Tagesgeld ein bestehendes Konto bei einer anderen Bank als Referenzkonto hinterlegen.
Zinssatz: 3,75 Prozent p. a. mit Girokonto-Eröffnung, 3,2 Prozent p. a. ohne Girokonto-Eröffnung
Laufzeit: 4 Monate
Aktionszins: für Anlagebeträge bis 250.000 Euro
Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 Euro über Deutschland sowie zusätzliche Absicherung über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
Zusätzlich zur gesetzlichen deutschen Einlagensicherung ist die ING dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen.
Volkswagen Bank: 3,1 Prozent für sechs Monate
Etwas niedriger fällt der Aktionszins bei der Volkswagen Bank aus. Mit 3,1 Prozent p. a. liegt er aber ebenfalls knapp über der aktuellen Inflationsrate von 2,9 Prozent. Dafür wird der Zinssatz für vergleichsweise lange sechs Monate gewährt. Ein weiterer Pluspunkt ist die monatliche Zinsgutschrift. Gutgeschriebene Zinsen können dadurch bereits in den folgenden Monaten mitverzinst werden. Nach dem sechsmonatigen Aktionszeitraum gilt wieder der variable Standardzins.
Zinssatz: 3,1 Prozent p. a.
Laufzeit: 6 Monate
Zinsgutschrift: monatlich
Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 Euro über Deutschland sowie zusätzliche Absicherung über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
BBVA: 3,5 Prozent Guthabenzins auf dem Girokonto
Bei der BBVA ist für eine Verzinsung oberhalb der aktuellen Inflationsrate kein separates Tagesgeldkonto notwendig. Die spanische Bank zahlt in den ersten sechs Monaten 3,5 Prozent p. a. auf das Guthaben ihres kostenlosen Girokontos.
Das Geld bleibt dabei jederzeit verfügbar. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, wodurch bereits erhaltene Zinsen in den Folgemonaten mitverzinst werden können. Nach den ersten sechs Monaten endet allerdings die feste Aktionsverzinsung.
Zinssatz: 3,5 Prozent p. a.
Laufzeit: 6 Monate
Aktionszins: für Guthaben bis 200.000 Euro
Zinsgutschrift: monatlich
Einlagensicherung: bis 100.000 Euro über Spanien
Guthaben bei spanischen Banken sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank abgesichert.
Was bedeutet ein Zins oberhalb der Inflationsrate?
Der Vergleich zeigt, dass es derzeit durchaus Angebote gibt, deren Aktionszins oberhalb der aktuellen Teuerungsrate liegt. Ganz so einfach lässt sich daraus ein realer Wertzuwachs allerdings nicht ableiten. Die genannten Aktionszinsen gelten teilweise nur für wenige Monate, während sich die Inflationsrate laufend verändert. Nach Ablauf der Aktion kann der variable Standardzins zudem deutlich niedriger ausfallen. Auch mögliche Steuern auf Zinserträge spielen für die tatsächliche Rendite eine Rolle.
Für die Auswahl eines Tagesgeldkontos lohnt sich deshalb nicht nur der Blick auf den höchsten Zinssatz. Aktionsdauer, Anlagegrenzen, Bedingungen für Neukunden und die Verzinsung nach Ablauf der Aktion können mindestens ebenso entscheidend sein.