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Einlagensicherung und Co.Tagesgeldkonto eröffnen: Darauf sollten Sparer unbedingt achten

27.08.2026, 06:00 Uhr
Tagesgeld-Angebot
Um ein passendes Tagesgeldkonto zu finden, sollten Sparer ein paar Punkte im Blick haben. (Foto: IMAGO / Zoonar)

Hohe Zinsen lassen Tagesgeldkonten direkt rentabel wirken. Der beworbene Zinssatz allein sagt allerdings wenig darüber aus, wie gut ein Angebot tatsächlich ist.

Tagesgeld eignet sich vor allem für Geld, das sicher angelegt, aber jederzeit verfügbar sein sollte, zum Beispiel als Notgroschen. Viele Banken werben mit hohen Aktionszinsen für Neukunden. Hier lohnt sich jedoch ein zweiter Blick: Aus einem vermeintlichen Top-Angebot kann nach wenigen Monaten nämlich ein eher durchschnittliches Tagesgeldkonto werden. Daher sollten Sparer die folgenden Punkte berücksichtigen, wenn sie ein Tagesgeldkonto eröffnen.

Tagesgeldkonto eröffnen: Wie lange gilt der Aktionszins?

Wer aufgrund eines guten Aktionszinssatzes ein neues Tagesgeldkonto eröffnen möchte, sollte sich genau ansehen, wie lange der Zinssatz gilt. Bei besonders hohen Zinssätzen handelt es sich nämlich meistens um zeitlich limitierte Offerten für Neukunden, anschließend fällt das Guthaben auf den regulären Bestandskundenzins zurück. Auch die Verbraucherzentrale warnt davor, bei Tagesgeldvergleichen ausschließlich auf befristete Neukundenangebote zu schauen.

Ein Angebot, das sich aktuell lohnt: Die Consorsbank gewährt Neukunden 3,6 Prozent pro Jahr (p. a.) für fünf Monate. Ab dem sechsten Monat gilt dann der variable Standardzinssatz von einem Prozent.

  • Aktionszins: 3,6 Prozent p. a. für 5 Monate, vierteljährliche Gutschrift

  • Maximale Einlage mit Aktionszins: 1 Million Euro

  • Standardzinssatz ab dem 6. Monat: 1,0 Prozent p. a.

  • Einlagensicherung: über Frankreich (A+-Bonität) für bis zu 100.000 Euro und den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken bis zu 3 Millionen Euro

  • Inklusive: kostenloses Wertpapierdepot

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Tagesgeldkotno + Wertpapierdepot bei der Consorsbank
3,6 Prozent p. a. für 5 Monate

Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollten sich etwa die Zinsen von den hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter sie nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.

Ein weiterer Pluspunkt bei der Consorsbank: Es werden Guthaben bis zu einer Million Euro mit dem Aktionszinssatz verzinst. Andere Banken begrenzen den Aktionszins auf deutlich kleinere Guthaben, oft bis 50.000 oder 100.000 Euro. Für Beträge darüber kann dann ein deutlich niedrigerer Zinssatz gelten.

Neukunden-Angebote: Für wen gilt der beworbene Tagesgeld-Zinssatz?

Welche Personen als Neukunden gelten, ist von Bank zu Bank unterschiedlich definiert. Meist reicht es nicht aus, aktuell kein Tagesgeldkonto bei dem Institut zu besitzen. Wer beispielsweise in den vergangenen sechs, zwölf oder 24 Monaten bereits Kunde war, kann von der Aktion ausgeschlossen sein. Teilweise werden dabei auch Konten bei anderen Banken derselben Unternehmens- oder Bankengruppe berücksichtigt.

Andere Tagesgeldangebote gelten ausschließlich für "neues Geld". Dann wird nur Guthaben besser verzinst, das zuvor nicht bei derselben Bank angelegt war. Solche Angebote lohnen sich vor allem für Bestandskunden, die gerne alle Konten unter einem Dach führen. Vor der Kontoeröffnung sollten Sparerinnen und Sparer deshalb prüfen, ob sie die Bedingungen für den Aktionszins tatsächlich erfüllen.

Einlagensicherung prüfen: Wie ist das Tagesgeld-Guthaben abgesichert?

Mindestens ebenso wichtig wie der Zinssatz ist die Einlagensicherung. Bei Banken, die einem gesetzlichen Einlagensicherungssystem unterliegen, sind Einlagen in der Europäischen Union bis 100.000 Euro pro Kunde und Institut geschützt. Dazu zählen auch Tagesgeldkonten. Bei Gemeinschaftskonten kann sich der geschützte Betrag entsprechend erhöhen.

Die großen Rating-Agenturen bewerten die Bonität Deutschlands mit AAA – der Bestnote für Kreditwürdigkeit. Deutschland gilt damit als äußerst zahlungsfähiger Staat und bietet ein stabiles Umfeld für die gesetzliche Einlagensicherung, zum Beispiel im Falle einer Bankenpleite. Wichtig bei ausländischen Banken: Entscheidend ist nicht allein eine deutsche IBAN. Sparerinnen und Sparer sollten prüfen, welchem nationalen Einlagensicherungssystem das Institut angehört.

Wer viel Wert auf eine sichere Geldanlage legt, kann sich das Tagesgeldangebot der Bank of Scotland ansehen: Die Bank ist eine Marke der in Berlin ansässigen Lloyds Bank GmbH, somit greift hier die deutsche Einlagensicherung. Aktuell gibt es 3,0 Prozent p. a. für bis zu zwölf Monate, solange der EZB-Leitzins nicht unter 1,25 Prozent fällt.

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Tagesgeldzinsen bei der Bank of Scotland
3,0 Prozent p. a. für bis zu 12 Monate
  • Aktionszins: 3,0 Prozent p. a. für bis zu 12 Monate, jährliche Gutschrift

  • Bedingung: Legitimation innerhalb von 5 Tagen, EZB-Einlagenzins bleibt über 1,25 Prozent

  • Maximale Einlage mit Aktionszins: 50.000 Euro

  • Standardzinssatz ab dem 7. Monat: 1,25 Prozent p. a.

  • Einlagensicherung: bis 100.000 Euro über Deutschland (AAA-Bonität)

Die Bank of Scotland erklärt: "Sollte der EZB-Einlagenzins unter 1,25 Prozent p. a. fallen, endet der Anspruch auf den Willkommens-Zins vorzeitig, und zwar 30 Tage nach unserer Mitteilung hierüber." Die Kontoführung ist kostenlos und erfolgt vollständig online. Als Neukunde gilt, wer in Deutschland wohnhaft ist und in den letzten sechs Monaten kein Tagesgeldkonto bei der Bank of Scotland geführt hat.

Bedingung für Tagesgeldkonten: Muss zusätzlich ein Girokonto eröffnet werden?

Ein Tagesgeldkonto funktioniert üblicherweise zusammen mit einem Referenzkonto. Über dieses Girokonto werden Ein- und Auszahlungen abgewickelt. Häufig kann dafür ein bereits bestehendes Girokonto bei einer anderen Bank genutzt werden.

Bei manchen Angeboten ist das Tagesgeld jedoch an ein Girokonto beim selben Anbieter gekoppelt. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein – kann das Angebot aber verteuern. Fallen für das zusätzliche Girokonto etwa monatliche Kontoführungsgebühren an, schmälern diese den Zinsertrag. Auch wichtig: Die Eröffnung eines Girokontos ist in der Regel mit einer Bonitätsprüfung verbunden und wird daher der SCHUFA gemeldet.

Für Interessierte, die ohnehin die Bank wechseln möchten oder gleichzeitig ein neues Girokonto suchen, ist das Angebot der ING aktuell interessant: Dort gibt es gerade 3,75 Prozent p. a. auf ein neues Tagesgeldkonto, wenn zusätzlich auch ein Girokonto eröffnet wird. Der Aktionszinssatz gilt für vier Monate und auf Einlagen bis zu 250.000 Euro. Anschließend gilt der variable Standardzins von 0,75 Prozent p. a.

  • Aktionszins: 3,75 Prozent p. a. für 4 Monate

  • Bedingung: Eröffnung eines Girokontos

  • Maximale Einlage mit Aktionszins: 250.000 Euro

  • Standardzinssatz ab dem 5. Monat: 0,75 Prozent p. a.

  • Einlagensicherung: über Deutschland (AAA-Bonität) für bis zu 100.000 Euro, Einlagensicherungsfonds bis 3 Mio. Euro

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Tagesgeldzinsen bei der ING
3,75 Prozent p. a. für 4 Monate

Auch das Angebot der BBVA ist einen Blick wert: Die spanische Bank zahlt auf Guthaben auf dem kostenlosen Girokonto in den ersten sechs Monaten 3,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Das Guthaben bleibt dabei jederzeit verfügbar und funktioniert damit ähnlich wie auf einem Tagesgeldkonto.

  • Girokonto mit Zinsen und Cashback

  • Aktionszins: 3,5 Prozent p. a. für 6 Monate

  • Maximale Einlage mit Aktionszins: für Anlagebetrag bis 200.000 Euro

  • Standardzinssatz ab dem 7. Monat: 2,75 Prozent p. a. bei monatlichem Gehaltseingang, sonst 2,25 Prozent p. a.

  • Einlagensicherung: über Spanien (A+) für bis zu 100.000 Euro

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Tagesgeldzinsen bei der BBVA
3,5 Prozent p. a. für 6 Monate

Ein Pluspunkt ist die monatliche Zinsgutschrift: Dadurch profitieren Sparer stärker vom Zinseszinseffekt als bei vielen Konkurrenzangeboten. Nach Ablauf der sechs Monate gilt allerdings kein fester Zinssatz mehr. Stattdessen richtet sich die Verzinsung variabel unter anderem nach der Nutzung des Girokontos.

Tipp: Freistellungsauftrag nicht vergessen

Zinsen zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro pro Person beziehungsweise 2.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren. Damit die Bank Kapitalerträge innerhalb dieses Freibetrags nicht direkt versteuert, können Kundinnen und Kunden einen Freistellungsauftrag einrichten. Wer Tagesgeldkonten bei mehreren Banken nutzt, sollte darauf achten, den verfügbaren Freibetrag sinnvoll auf die verschiedenen Institute aufzuteilen.

Fazit: Nicht vom höchsten Tagesgeldzins blenden lassen

Ein hoher Zinssatz ist ein guter Ausgangspunkt, um verschiedene Tagesgeldangebote miteinander zu vergleichen – aber nicht das einzige Entscheidungskriterium. Besonders wichtig sind die Dauer des Aktionszinses und der anschließende Bestandskundenzins. Auch die Einlagensicherung und mögliche Bedingungen wie die Eröffnung eines zusätzlichen Girokontos oder monatliche Geldeingänge spielen eine Rolle. Wer diese Punkte beachtet, kann vermeintliche Lockangebote leichter erkennen und ein Tagesgeldkonto auswählen, das auch darüber hinaus zu den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen passt.

Quelle: ntv.de