Beutel-Methode & Co.Verkalkten Wasserhahn saubermachen: Mit diesen Tipps geht es leicht von der Hand

Kalk lagert sich am Wasserhahn ab und mindert nicht nur den Wasserfluss, sondern auch die Lebensdauer der Armatur. Mit speziellen Reinigungsprodukten lässt sich der Belag schnell und zuverlässig entfernen.
Ein glänzender Hahn wirkt edel – bis Kalk seine weißen Spuren hinterlässt. Statt mühsam zu schrubben, helfen moderne Kalkreiniger, die Armatur wieder in Bestform zu bringen. Mit ein paar gezielten Handgriffen und den richtigen Mitteln verschwindet der Belag fast wie von selbst.
Verkalkten Wasserhahn reinigen – Schritt für Schritt
Bevor der Wasserhahn entkalkt wird, lohnt sich etwas Vorbereitung. Der Waschbeckenstöpsel kommt zum Einsatz, damit keine Kleinteile verschwinden können, und empfindliche Oberflächen wie Naturstein oder Holz werden bestenfalls rund um das Becken mit Folie oder Kreppband abgedeckt.
Kleiner Tipp: Ein schneller Schnappschuss mit dem Handy vom Perlator-Aufbau hilft später beim richtigen Zusammenbau.
Perlator lösen und einweichen
Der kleine Einsatz am Hahn, der das Wasser mit Luft mischt, ist besonders anfällig für Kalk. Mit einem Schraubenschlüssel lässt er sich vorsichtig lösen und anschließend in seine drei Teile zerlegen – Sieb, Mutter und Dichtungsring. Damit ist bereits der größte Kalkherd freigelegt. Ein sogenanntes Ringmaulschlüssel-Set hilft beim Abschrauben. Besonders viele und gute Bewertungen hat beispielsweise das Set von Amazon Basics.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Als Nächstes landet der Perlator nun in einem Glas mit einem Entkalker wie dem HG Kalkweg Konzentrat. Je nach Stärke der Ablagerungen sollte er 15 bis 45 Minuten einweichen. Zwischendurch einmal bewegen, damit die Flüssigkeit an alle Stellen gelangt. Um nach der Einwirkzeit die letzten Rückstände zu entfernen, kann die weiche Bürste von Mr. Siga Abhilfe schaffen.
Wenn alles wieder kalkfrei strahlt, wird der Perlator handfest eingeschraubt und mit dem Schraubenschlüssel nachgezogen. Sitzt alles richtig, fließt das Wasser wieder gerade. Spritzt der Strahl zur Seite, steckt meist noch ein kleines Körnchen im Sieb – dann hilft ein kurzer Zwischenspülgang.
Kalk von außen? So strahlt auch die Armatur wieder
Die Armatur selbst wird mit einem Gel- oder Sprühreiniger behandelt. Produkte wie das Antikal Kalkreiniger Spray haften gut und versprechen laut Hersteller, die Ablagerungen zuverlässig zu lösen. Besonders einfach ist die Beutel-Methode: Einen kleinen Gefrierbeutel oder einen Luftballon mit etwas Entkalker und Wasser befüllen. Danach über den Hahn stülpen und mit einem Gummi fixieren – dabei ist es wichtig, dass der komplette Wasserhahn bedeckt ist. Bei nicht zu starker Verkalkung reichen schon 20 Minuten, ist der Kalk jedoch hartnäckiger, empfiehlt sich das Einweichen über Nacht.
Damit anschließend keine Rückstände auf der Armatur bleiben, sollte der Wasserhahn gründlich abgespült werden. Dazu lässt man 20 Sekunden lang lauwarmes Wasser ohne Perlator fließen, denn so werden die Gelreste zuverlässig abgespült. Ganz zum Abschluss kommt ein Mikrofasertuch ins Spiel, das der Armatur wieder vollen Glanz verleiht. Hier eignen sich beispielsweise wieder die bewährten und beliebten Klassiker der Amazon Basics. Wer möchte, trägt ein spezielles Pflegeprodukt für Chrom oder Edelstahl auf, etwa von Mellerud. Dadurch perlt Wasser länger ab und Kalk setzt sich langsamer fest.
Ist Kalk unhygienisch oder gefährlich?
Nein. Kalk selbst ist kein Nährboden für Bakterien. Er ist trocken, mineralisch und bietet Keimen erst mal keinen Grund zur Party. Problematisch wird es höchstens indirekt: Auf rauen, verkalkten Oberflächen haften Schmutz und Seifenreste leichter. Und darauf können sich dann Bakterien wohler fühlen. Der Kalk ist also nicht das Problem, sondern das, was sich daran festsetzt.
Warum man ihn trotzdem entfernen sollte:
Wasserhähne sehen schneller ungepflegt aus
Perlatoren können verstopfen
Armaturen altern schneller
Wasser spritzt ungleichmäßig
Kalk richtig vorbeugen spart Arbeit
Je nach Wasserhärte lohnt es sich, regelmäßig zu entkalken. Das ist die Faustregel:
Wasserhärte unter 8 °dH: leichte Entkalkung alle 6 bis 8 Wochen
Wasserhärte zwischen 8 bis 14 °dH: alle 3 bis 4 Wochen
Wasserhärte über 14 °dH: alle 1 bis 2 Wochen kurz mit Anti-Kalk-Spray einsprühen, 5 Minuten einwirken lassen und abspülen
Und wer nach jedem Händewaschen die Armatur mit einem Mikrofasertuch kurz abwischt, spart sich später viel Zeit beim Schrubben.
Kalkfrei mit wenig Aufwand
Mit dem richtigen Reiniger, ein wenig Geduld bei der Einwirkzeit und ein paar Handgriffen ist der Wasserhahn im Nu wieder frei von Ablagerungen. Perlator einweichen, Armatur einsprühen, gründlich abspülen – fertig ist das kleine Pflegeprogramm. Wer regelmäßig nachlegt oder gleich einen Filter einsetzt, muss sich mit hartnäckigem Kalk gar nicht erst lange herumärgern.





