Sport-PhänomenWarum Padel alle anderen Trendsportarten abhängt

Padel ist weltweit auf dem Vormarsch – und das aus gutem Grund. Warum die rasante Sportart mehr ist als ein Hype und was man für den Einstieg braucht, zeigen wir hier.
Keine andere Sportart wächst schneller als Padel – und zwar nicht nur in Spanien oder Argentinien, wo der Sport schon lange boomt, sondern weltweit. Laut dem Deutschen Padel Verband zählt die Mischung aus Tennis und Squash rund 30 Millionen aktive Spieler in über 130 Ländern. Auf dem Padel World Summit 2025 in Barcelona war sogar die Aufnahme ins olympische Programm für Brisbane 2032 ein Thema. Was steckt hinter dem Hype?
Zufallsidee mit Potenzial: So entstand Padel
Die Wurzeln der Sportart reichen laut Deutschem Padel Verband zurück ins Jahr 1985. Damals wollte der Mexikaner Don Enrique Corcuera auf seinem Grundstück einen Tennisplatz bauen – doch der Platz reichte nicht aus. Die Lösung: Ein verkleinertes Feld, etwa halb so groß wie ein Tennis-Doppelfeld. Die umstehenden Mauern wurden kurzerhand Teil des Spiels. Daraus entwickelte sich eine neue, dynamische Sportart, die mit klassischen Grundlinien-Duellen wenig zu tun hat. Stattdessen dominieren schnelle Ballwechsel, Lobs, Volleys und smarte Netzspielzüge.
Spielprinzip: Einfach zu lernen
Der zentrale Unterschied zum Tennis: Padel spielt man in einer Art Käfig, dessen Wände aus Glas und Drahtgitterelementen bestehen. In der Mitte ist ein Netz. Der Bodenbelag ist meistens aus Kunstrasen. Solange ein reguläres Aufprallen des Balles gewährleistet wird, kann auch auf porösem Beton, Zement oder einem anderen synthetischen Material gespielt werden.
Padel wird bei Punktspielen immer im Doppel gespielt, zu Trainingszwecken sind aber auch Einzelspiele möglich. Der Aufschlag erfolgt von unten, nach dem Aufspringen des Balls. Im Spiel darf der Ball maximal einmal aufsetzen. Im Gegensatz zum Tennis können aber die Wände einbezogen werden, denn der Ball darf sowohl über Bande, als auch direkt zurückgeschlagen werden. Diese Möglichkeit bringt taktische Raffinesse ins Spiel, Teamwork ist dabei oft entscheidender als reine Schlagkraft.
Ausrüstung: Kompakt und funktional
Wer einen Padelschläger in die Hand nimmt, merkt schnell: Der ist kleiner als ein Tennisschläger. Er besteht aus einer festen Fläche mit kleinen Löchern und hat keine Bespannung. Stattdessen verfügen die Padelschläger über eine massive Schlagfläche mit Schaumstoffkern, die von Kunststoff umhüllt ist. Kleine Löcher verringern das Gewicht und den Luftwiderstand. Eine Handgelenkschlaufe liefert Sicherheit. Die paddelähnliche Form des Schlägers ist übrigens auch der Grund für den Namen dieser Sportart.
Auch bei den Bällen gibt es Unterschiede: Sie ähneln optisch Tennisbällen, besitzen aber weniger Innendruck und springen dadurch flacher.
Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Bei Gleichstand (40:40) braucht ein Team zwei Punkte Vorsprung zum Spielgewinn. Zwei Sätze entscheiden das Match – in der Regel ist ein Satz bei sechs gewonnenen Spielen mit mindestens zwei Spielen Vorsprung entschieden.
Warum ist Padel so beliebt?
Julian Lohau ist Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Er erklärt sich das mit der Dynamik, die das Spiel mit sich bringt. "Man findet leicht Zugang und kann schnell spektakuläre Ballwechsel spielen. Man hat früh Erfolgserlebnisse und einen hohen Spaßfaktor." Dazu trägt unter anderem bei, dass ein Padel-Court kleiner ist als ein Tennisfeld: Die Wege sind kürzer, man erwischt den Ball öfter. Und dadurch, dass der Ball an den Wänden abspringen darf, gibt es immer wieder Überraschungen.
Was beim Padel trainiert wird
Klar, der Spaß steht im Vordergrund. Aber auch einen Trainingseffekt darf man sich erhoffen, wenn man regelmäßig zum Schläger greift. "Hand-Augen-Koordination, Geschwindigkeit und Balance sind einige der Fähigkeiten, die trainiert werden", so Lohau. "Man muss schnell reagieren, drehen, beschleunigen und den Ball treffen."
Zudem trainiert Padel das Herz-Kreislauf-System, was auch daran liegt, dass die Pausen beim Padel kürzer sind als beim Tennis. Vor Verletzungen muss man dem Experten zufolge eher wenig Sorge haben. "Dennoch sollten Personen vorsichtig sein, die bereits Probleme mit der Achillessehne haben", so Lohau. Denn die wird beim Spiel durchaus belastet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bespricht sich vor dem ersten Training mit Arzt oder Ärztin und wärmt die Sehne gut auf.
Wo gibt es Padel-Courts?
Wie auch beim Tennis oder Squash geht nichts ohne das entsprechende Spielfeld. Mal eben im Garten eine Runde spielen? Klappt leider nicht. Hierzulande entstehen aber immer mehr Padel-Courts. Ob in Metropolen oder ländlichen Regionen – spezialisierte Sportanlagen, Clubs und Online-Suchplattformen bieten mittlerweile einen guten Überblick über verfügbare Plätze. Wer ausprobieren will, wo der nächste Court ist, wird schnell fündig.

