Montag, 23. März 2020Der Sport-Tag

Heute mit Anja Rau und Till Erdenberger
20:43 Uhr

Nach Sanz' Tod: Real bangt um nächsten Ex-Präsidenten

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Real Madrid bangt um einen weiteren ehemaligen Präsidenten.

(Foto: imago/Pacific Press Agency)

Zwei Tage nach dem Tod von Lorenzo Sanz an den Folgen einer Coronavirus-Infektion bangt der spanische Fußballrekordmeister Real Madrid wegen COVID-19 offenbar um einen weiteren ehemaligen Präsidenten. Wie die führenden Sporttageszeitungen "Marca" und "AS" berichteten, wurde der 72 Jahre alte Fernando Martin ins Krankenhaus Puerta de Hierro eingeliefert. Sein Zustand sei "besorgniserregend". Der Chemie-Unternehmer trat am 27. Februar 2006 die Nachfolge des heutigen Real-Präsidenten Florentino Perez nach dessen erster Amtszeit an. Nach nur knapp zwei Monaten, am 26. April 2006, trat Martin unerwartet zurück.

Sanz war am Samstagabend im Alter von 76 Jahren verstorben. Der gebürtige Madrilene war zwischen 1995 und 2000 Präsident der Königlichen. 1998 gewann Real mit Trainer Jupp Heynckes die Champions League und beendete damit eine 32-jährige Durststrecke in der Königsklasse.

19:43 Uhr

Ex-IOC-Vize: Olympia-Verschiebung "ist beschlossen"

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(Foto: imago images/Kyodo News)

Laut dem früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Krise bereits beschlossene Sache. "Auf der Grundlage der Informationen, die das IOC hat, wurde eine Verschiebung beschlossen. Die zukünftigen Parameter wurden noch nicht festgelegt, aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, soweit ich weiß", sagte Pound der Zeitung "USA Today" heute.

Der 77-jährige Kanadier glaubt, dass das Internationale Olympische Komitee bald die nächsten Schritte bekanntgeben wird. "Wir werden dies verschieben und beginnen, uns mit all den Konsequenzen zu befassen, die sich daraus ergeben, die immens sind", ergänzte der einflussreiche Ex-Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur, der stets für deutliche Worte bekannt ist.

Das IOC bezeichnete Pounds Aussagen indes als die Interpretation eines Einzelnen. Sie stützten sich auf die jüngste Ankündigung, dass eine Entscheidung innerhalb der nächsten vier Wochen fallen werde. "Es ist das Recht eines jeden IOC-Mitglieds, die gestern getroffene Entscheidung der IOC-Exekutive zu interpretieren", sagte ein Sprecher dem SID.Das IOC hatte sich darin eine Vier-Wochen-Frist bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Sommerspiele in Tokio gesetzt. In dieser Zeit sollen auch Szenarien über eine mögliche Verschiebung überlegt werden. Ein Festhalten am geplanten Zeitpunkt wurde nicht ausdrücklich ausgeschlossen; eine Komplett-Absage kommt laut IOC nicht in Frage.

19:30 Uhr

"Auf dem Holzweg": Drittliga-Boss ermahnt Kollegen

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Manfred Schwabl will noch mehr auf den Nachwuchs setzen.

(Foto: imago images/Lackovic)

Manfred Schwabl, Präsident des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching, nimmt in der Coronakrise die Vereine der 3. Liga in die Pflicht. "Die Verantwortungsträger aller Klubs sollten ehrlich in sich gehen und sich fragen, ob sie in Sachen Nachwuchsarbeit und Gehaltskosten zuletzt nicht auf dem Holzweg waren", sagte Schwabl in der Sendung Blickpunkt Sport des Bayerischen Fernsehens. Man müsse wieder mehr darüber nachdenken "auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. Wir werden das noch mehr intensivieren".

  • Das habe mehrere Effekte: Zum einen seien die Personalkosten geringer - "und damit in so einer Situation auch die finanziellen Probleme". Die Identifikation sei größer und es hätte "auch positive Folgen für den deutschen Fußball". Man müsse sich derzeit ja fast schämen, sagte Schwabl, "dass in den deutschen Ligen nur eine einstellige Prozentzahl an deutschen Nachwuchsspielern auch spielen. Wir beschweren uns immer, dass wir in Europa im Nachwuchsbereich hinterherlaufen. Aber da brauchen wir uns nicht beschweren. Ich hoffe, dass ein Umdenken stattfindet".
  • Im Gegensatz zu anderen Drittligisten will Schwabl bei der SpVgg keine Kurzarbeit beantragen. "Wir werden die Gehälter weiter zahlen, auch wenn es eng ist", sagte der Chef des ehemaligen Bundesligisten. Man werde das eine gewisse Zeit durchstehen können, "aber wenn die Saison nicht zu Ende gespielt wird, kommt auf die Drittligisten einiges zu".
18:03 Uhr

BVB-Fans sammeln am virtuellen Spieltag 73.611 Euro

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BVB-Fans stärken die heimische Gastronomie.

(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

Tausende Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund haben mit einem virtuellen Spieltag erfolgreich die lokale Gastronomie unterstützt. Die Simulation eines Heimspiels mit Bier, Bratwurst und Pommes frites brachte laut Vereinsangabe am Sonntag insgesamt 73.611 Euro ein. 86 Gastronomiebetriebe hatten sich vorab für die Spendenaktion registriert.

"Wir sind begeistert und ehrlich gesagt echt gerührt darüber, wie viele Menschen an der Aktion mitgewirkt und mit ein paar Euro ihr Lieblingslokal unterstützt haben", sagte BVB-Marketinggeschäftsführer Carsten Cramer. "Das ist gelebte Solidarität, und das ist der emotionale Massen- und Mengen-Effekt, der Borussia Dortmund in diesen schwierigen Zeiten so stark macht." Eine Fortsetzung ist für die kommenden Tage geplant.

17:06 Uhr

Olympia-Verschiebung kostet Japan Milliarden

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Olympia in Japan: Derzeit ein kompliziertes Thema.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Eine Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele würde das Gastgeberland Japan nach Meinung verschiedener Experten bis zu 5,7 Milliarden Euro (670 Milliarden Yen) kosten. Der Chefökonom des Finanzunternehmens SMBC Nikko Securities, Junichi Makino, hat diesen Milliarden-Betrag errechnet. Mit rund 640,8 Milliarden Yen schätzt der emeritierte Wirtschaftswissenschaftler Katsuhiro Miyamoto von der Universität Kansai die Kosten nach Angaben seiner Hochschule vom Montag nur unwesentlich geringer ein. Zwar wird eine Komplett-Absage vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe derzeit nicht in Erwägung gezogen, trotzdem gibt es in Japan Schätzungen zu den Kosten: Makinio hat 7,8 Billionen Yen errechnet, Miyamoto 4,5 Billionen.

Die Organisatoren in Tokio hatten am Montag bei einer Pressekonferenz die Bereitschaft signalisiert, die Spiele auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

16:15 Uhr

Abbruch: Wolff ist polnischer Handball-Meister

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Andreas Wolff ist polnischer Meister.

(Foto: imago images/Kessler-Sportfotografie)

Was der deutsche Handball derzeit noch versucht zu verhindern, hat die polnische Liga vollzogen: Die Saison ist abgebrochen - und wird zumindest in Teilen gewertet. Nationaltorhüter Andreas Wolff ist damit mit seinem Verein PGE Vive Kielce am grünen Tisch zum polnischen Handball-Meister gekürt worden. Der Ligaverband entschied, die Saison wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abzubrechen und mit dem Tabellenstand vom 12. März zu werten. Zu diesem Zeitpunkt lag Kielce mit 72 Punkten aus 25 Spielen vor Wisla Plock (69/24). Einen Absteiger gibt es nicht.

Der 29 Jahre alte Wolff war im Sommer 2019 vom deutschen Rekordmeister THW Kiel für zunächst zwei Jahre nach Kielce gewechselt und bei seinem neuen Verein auf Anhieb zum Leistungsträger und Kapitän avanciert.

15:07 Uhr

Nadal dankt den "Helden"

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Der spanische Tennis-Star Rafael Nadal hat allen gedankt, die gegen die Coronavirus-Pandemie kämpfen. In einem zweiminütigen Video bei Twitter nannte der Weltranglisten-Zweite am Montag Ärzte, Krankenschwestern und das gesamte Gesundheitspersonal, Polizei, Zivil- und Nationalgarde - alle, "die uns helfen, uns etwas sicherer zu fühlen, die in vorderster Linie stehen und riskieren, sich mit dem Virus zu infizieren. Sie sind unsere Helden, ich möchte meine Bewunderung für sie zum Ausdruck bringen", sagte Nadal.

Der 33-Jährige will mit seiner Botschaft allen, die derzeit leiden müssen, Mut machen und Hoffnung geben, dass das gewohnte Leben bald wieder weitergehen kann. Es gebe auch positive Dinge, erklärte Nadal mit Blick auf die große Solidarität in Spanien, das von der Pandemie schwer getroffen ist. "Wir demonstrieren, dass wir ein geeintes Volk sind", sagte der Tennisprofi aus Mallorca. Der Gewinner von insgesamt 19 Grand-Slam-Titeln rief dazu auf, die Anweisungen der Behörden zu befolgen.

14:20 Uhr

"Unlustiger Sommer": BVB stoppt Transferaktivitäten

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Michael Zorc steht vor einer komplizierten Transferphase.

(Foto: imago images/MIS)

Sportdirektor Michael Zorc vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sieht die Liga angesichts der Corona-Krise vor ungeahnten Problemen bei Transfers in den nächsten Monaten. "Dieser Sommer wird unlustig", sagte der Ex-Nationalspieler dem "Kicker".

Der BVB sei allerdings nicht allein, vielmehr seien alle Vereine betroffen. "Bei allen Klubs herrscht eine große Unsicherheit", betonte Zorc: "Wir müssen erst einmal diese Krisensituation managen."

Die Personalplanungen werden zurzeit weitgehend auf Eis gelegt. "Drei Transfers in drei Tagen wird es in diesem Jahr nicht geben", äußerte Zorc. Im Winter-Transferfenster hatten die Schwarz-Gelben für Erling Haaland (RB Salzburg/20 Millionen Euro) und Emre Can (Juventus Turin/21 Millionen Euro) tief in die Tasche gegriffen. Zurückhaltung ist beim BVB jetzt angesagt, "wir wissen schließlich nicht, wann wieder gespielt werden kann", meinte Zorc.

13:37 Uhr

Erkrankter Schwimmstar: "Das schlimmste Virus, das ich aushalten musste"

Auch jüngere trifft es hart: Der an Covid-19 erkrankte ehemalige südafrikanische Weltklasse-Schwimmer Cameron van der Burgh hat auch jüngere Menschen ausdrücklich vor den Folgen des Coronavirus gewarnt. "Ich kämpfe mit Covid-19 seit 14 Tagen. Das ist das schlimmste Virus, das ich bislang aushalten musste - und ich bin eigentlich ein gesunder Mensch mit starken Lungen, einer, der gesund lebt und jung ist", sagte der 31-Jährige, Olympiasieger 2012 über 100 Meter Brust.

  • Auch wenn die schlimmsten Symptome wie extremes Fieber abklingen würden, ergänzte van der Burgh, "kämpfe ich immer noch mit starker Müdigkeit und einem hartnäckigen Husten. Nach jeder körperlichen Aktivität bin ich für Stunden erschöpft."
  • Der frühere Weltrekordhalter, der 2018 seine Karriere beendet hatte, fürchtet, dass Athletinnen und Athleten für ihren Olympiatraum ihre Gesundheit gefährden könnten. Solange das Internationale Olympische Komitee (IOC) keine Entscheidung über eine Verschiebung der Spiele in Japan getroffen habe, "werden alle so weitermachen - und das setzt alle einem unnötigen Risiko aus", sagte van der Burgh.
  • Deshalb sein eindringlicher Appell: "Bitte, passt alle auf euch auf. Die Gesundheit steht an erster Stelle - Covid-19 ist kein Witz."
12:47 Uhr

Bedient sich Klopp auf Schalke und in Frankfurt?

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Evan N'Dicka spielt noch für Eintracht Frankfurt.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Noch weiß niemand, wie es im internationalen Fußball weiter geht, wann die Ligen wieder ihren Betrieb aufnehmen können und welche Auswirkungen eine Verschiebung auf die Transferfenster hat. Jürgen Klopp aber will wohl vorbereitet sein: Wie der englische "Mirror" schrieb, soll der FC Liverpool an Malick Thiaw vom FC Schalke 04 interessiert sein. Der Verteidiger, der Anfang März sein Profidebüt gegeben hatte, soll für eine festgeschriebene Ablöse in Höhe von sieben Millionen Euro wechseln dürfen. Der Vertrag des 18-Jährigen läuft noch bis 2021.

Außerdem soll Evan N´Dicka von Eintracht Frankfurt auf dem Zettel des FC Liverpool stehen, wie "Sky Sports" zu wissen glaubt. Der Vertrag des 20-jährigen Verteidigers läuft erst 2023 aus.

11:38 Uhr

Hleb entsetzt: Niemand kümmert sich in Weißrussland um Corona

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Alexander Hleb versteht sein eigenes Land nicht.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Er ist entsetzt: Nach Angaben des früheren Bundesliga-Fußballers Alexander Hleb wird der Coronavirus von der Führung seines Heimatlandes Weißrussland nicht ernst genommen. "Es ist, als wenn sich niemand darum kümmert", wird Hleb von der britischen "Sun" zitiert.

  • "Jeder weiß, was in Spanien und Italien passiert. Das sieht nicht gut aus. Aber in unserem Land glaubt die Präsidenten-Bürokratie, dass es nicht so schlimm ist."
  • Er bleibe mit seiner Familie zu Hause, aber wenn er "raus gehe, sind die Straßen und Restaurants immer noch voll".
  • In der ersten Liga wird sogar noch Fußball gespielt - vor Publikum. Weißrussland (Belarus) sei nun der einzige Ort in Europa, wo noch Fußball gespielt werde, sagte Hleb. "Die ganze Welt schaut jetzt die weißrussische Liga. Jeder sollte seinen Fernseher einschalten und uns zusehen", sagte der einstige Nationalspieler.
  • Hleb verwies scherzhaft darauf, dass zur Zeit der Aussperrung in Nordamerikas Eishockey-Liga eine Reihe von Topstars zum Spielen nach Russland gekommen wären. "Vielleicht könnten Lionel Messi und Cristiano Ronaldo in die weißrussische Liga kommen, um weiterzumachen", wurde Hleb zitiert.
  • Der 39 Jahre alte Ex-Profi hatte in der Bundesliga für den VfB Stuttgart gespielt. Zu weiteren Stationen seiner Karriere gehörten der FC Arsenal und der FC Barcelona.
11:09 Uhr

Sportpolitikerin: "Eklatantes Führungsversagen" des IOC

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Dagmar Freitag im Bundestag.

(Foto: imago/photothek)

Die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages hat die vom Internationalen Olympischen Komitee verkündete Vier-Wochen-Frist bis zur Entscheidung über eine mögliche Verlegung der Sommerspiele in Tokio heftig kritisiert. "Ich finde die Entscheidung respektlos gegenüber den Athletinnen und Athleten und angesichts der Lage auf der Welt verantwortungslos", sagte Dagmar Freitag im Interview des HR-Inforadios am Montag.

Diese Hinhaltetaktik produziere "einen massiven Vertrauensverlust" und zeige "ein eklatantes Führungsversagen", sagte die SPD-Politikern. "Herrn Bach laufen die Athleten davon. Das Produkt Olympia steht auf dem Spiel." Es werde höchste Zeit, dass IOC-Präsident Thomas Bach das begreife. Freitag: "Das IOC muss wissen: Wer nicht entscheidet, über den wird entschieden."

Sie plädiert für eine Verlegung der Tokio-Spiele. "Ich bin für eine Verschiebung um ein Jahr", sagte Freitag. Eine Olympia-Absage hält sie nicht für richtig: "Wir müssen sehen, dass Lebensträume bei den Athleten zerplatzen, die vier Jahre für die Olympischen Spiele trainiert haben."

10:09 Uhr

Spielerberater erwarten "mageren Transfermarkt"

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Jörg Neubauer geht von temporären "Einschnitten" aus.

(Foto: imago sportfotodienst)

Die Krise trifft auch sonst gut verdienende Personen: Mehrere Spielerberater erwarten nach Angaben des "Kicker" in nächster Zeit rückläufige Transferausgaben im internationalen Fußball. Sascha Empacher sagte "einen mageren Transfermarkt mit vielen ablösefreien Spielern und günstigen Talenten, aber eher keinen Transfer über 100 Millionen Euro" voraus. Der für die Agentur Spocs tätige Berater kann sich vorstellen, dass wegen der Corona-Krise "die Ablösen sich temporär halbieren oder auf ein Drittel fallen werden".

Jörg Neubauer erwartet zunächst "Einschnitte", aber später eine Normalisierung. "Der Mensch verfällt schnell wieder in alte Gewohnheiten. Und so kann es auch sein, dass sich Dinge wieder einpegeln, wie sie jetzt waren", sagte er dem "Kicker".

09:11 Uhr

Leichtathleten würden für Olympia ihre WM verschieben

Der Leichtathletik-Weltverband ist bereit, mit dem Internationalen Olympischen Komitee und dem gesamten Sport an einem alternativen Termin für die Sommerspiele in Tokio zu arbeiten. Wie World Athletics mitteilte, beinhalte dies "auch Termine im Jahr 2021" und damit auch die Leichtathletik-WM im nächsten Jahr in Eugene/USA.

  • "World Athletics" habe bereits mit dem Organisationskomitee "Oregon 21" über die Möglichkeit diskutiert, die Tokio-Spiele wegen der Coronavirus-Pandemie auf das nächste Jahr zu verlegen. Die WM-Organisatoren hätten daraufhin versichert, mit ihren Partnern und Interessenvertretern zu beraten, ob Eugene die WM an alternativen Terminen ausrichten könne, "falls sich dies als notwendig erweisen sollte", hieß es.
  • Das IOC hatte am Sonntag mitgeteilt, binnen einer Frist von vier Wochen eine Entscheidung über Austragungsoptionen der noch für die Zeit vom 24. Juli bis 9. August vorgesehenen Sommerspiele in Tokio zu beraten. Dabei dürfte die Verschiebung um ein Jahr als das wahrscheinlichste Szenario gelten.
08:00 Uhr

Virtuelles Formel-1-Rennen mit Massencrash und Chaos

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Massencrash beim Start, technische Probleme bei Lando Norris und fast keine Formel-1-Piloten: Der erste offizielle virtuelle Grand Prix der Königsklasse des Motorsports hat im Kampf gegen die Langeweile in Zeiten der Corona-Pandemie zwar für Unterhaltung gesorgt, aber Ernsthaftigkeit vermissen lassen. Das Rennen auf der Strecke in Bahrain in der Simulation F1 2019 diente als Ersatzprogramm für den abgesagten realen Großen Preis.

  • Nico Hülkenberg, der offiziell keinem Rennstall mehr angehört, startete für Racing Point. Er verursachte zu Beginn eine Kollision und wurde Elfter.
  • Den Sieg holte sich der chinesische Formel-2-Pilot Guanyu Zhou (Renault) vor Mercedes-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) und dem Österreicher Philipp Eng (Red Bull).
  • Das Rennen dauerte aufgrund technischer Schwierigkeiten nur 14 statt der geplanten 28 Runden.
  • Technische Probleme gab es beim britischen McLaren-Youngster Norris, der neben dem Kanadier Nicholas Latifi (Williams) der einzige Formel-1-Pilot war, der an den Start ging. Norris, der das Rennen auf der Plattform Twitch streamte, verpasste das Qualifying und wurde nach einer Aufholjagd knapp vor Latifi noch Fünfter.
  • Unter anderem nahmen noch Sänger Liam Payne, der ehemalige Golf-Weltranglistenfünfte Ian Poulter und der sechsfache Bahnrad-Olympiasieger Chris Hoy teil.
07:05 Uhr

Gladbach-Profi Raffael ist nun Deutscher

Eine schöne Nachricht in dieser chaotischen Zeit: Borussia Mönchengladbachs Bundesliga-Profi Raffael erhält neben dem brasilianischen nun auch einen deutschen Pass.

  • "Wir leben viele Jahre in Deutschland und wollen nach meiner Karriere hierbleiben. Alle meine Kinder sind hier geboren. Ich fühle mich als Deutscher", bestätigte Raffael der "Bild"-Zeitung.
  • Demnach erhalten nicht nur der 34-Jährige, sondern auch seine Frau Jamilly und die Kinder Raffael Junior (11), Raicky (9), Liz und Lays (beide 2) nun die deutsche Staatsbürgerschaft.
  • Zuvor hatte Raffael ein Einbürgerungstest mit 33 Fragen zur deutschen Geschichte, Gesetzen und Politik bestanden. Auch die anderen Voraussetzungen erfüllten der Profi und seine Familie: Sie leben mindestens acht Jahre in Deutschland, haben ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, sie können ihren Lebensunterhalt bestreiten und Deutsch sprechen.
  • 2008 war Raffael vom FC Zürich zu Hertha BSC gewechselt, wo er mehr als vier Jahre spielte. Über Dynamo Kiew und dem FC Schalke 04 kam er 2013 zu Gladbach.
06:21 Uhr

Auch Formel-1-Rennen in Baku soll verschoben werden

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In Baku wird direkt in der Stadt gefahren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Saisonstart in der Formel 1 verzögert sich wegen der Corona-Pandemie offenbar immer weiter. Wie das Fachmedium "Autosport" unter Berufung auf hochrangige Quellen berichtete, soll auch der achte WM-Lauf am 7. Juni in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku aufgrund der weltweiten Krise verschoben werden. Die Entscheidung werde heute offiziell bekannt gegeben.

  • Damit würde der Saisonstart frühestens am 14. Juni in Montreal/Kanada erfolgen. Bislang war die Motorsport-Königsklasse nie später als Ende Mai eröffnet worden.
  • Der Baku City Circuit wird auf teils viel befahrenen Straßen in der aserbaidschanischen Hauptstadt errichtet. Die Umbaumaßnahmen nehmen mehrere Wochen in Anspruch.
  • Der Rennkalender 2020 umfasste vor Saisonbeginn 22 Rennen und damit so viele wie nie zuvor in der 71-jährigen Formel-1-Geschichte. Mittlerweile aber ist Baku das achte Rennen, das mindestens verschoben wird.
  • Der etatmäßige Saisonauftakt in Melbourne/Australien (15. März) war erst zwei Stunden vor dem ersten Freien Training aufgrund eines positiven Coronafalls beim McLaren-Rennstall verlegt worden.
06:04 Uhr

"Ignorant und verantwortlungslos": DFB-Star verurteilt Verhalten vieler Menschen

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Egoismus ist ätzend - auch für Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger. Er kritisiert die fehlende Verantwortung vieler Menschen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie: "Das ist ignorant und verantwortungslos. Ich habe in den sozialen Netzwerken einige Fotos aus deutschen Innenstädten gesehen und habe mir nur an den Kopf gefasst", sagte der Innenverteidiger des englischen Premier-League-Klubs FC Chelsea im Interview mit dem "Kicker".

  • Es gebe scheinbar "sehr viele, zu viele Menschen, die nicht verstehen, dass sie persönlich vielleicht nicht stärker gefährdet sind, aber sehr wohl Menschen in ihrem Umfeld - und damit dann leichtfertig umgehen", fügte Rüdiger hinzu: "Das ist einfach nur egoistisch."
  • Die gelebte Solidarität im Profifußball durch diverse Spendenaktionen lobte Rüdiger: "Ich finde es wichtig, dass wir Fußballer unsere Reichweite nutzen, um die Botschaften der Gesundheitsexperten zu bekräftigen. Aber natürlich müssen diesen Worten dann auch Taten folgen." Die deutschen Nationalspieler spendeten insgesamt 2,5 Millionen Euro, die Initiative "We Kick Corona" der beiden Bayern-Profis Joshua Kimmich und Leon Goretzka steht nach zwei Tagen ebenfalls schon bei mehr als 2,5 Millionen Euro an Geldern für den guten Zweck.
  • Rüdiger, der sich nach dem positiven Corona-Test seines Teamkollegen Callum Hudson-Odoi in häuslicher Quarantäne befindet, äußerte ein Anliegen: "Mein größter Wunsch ist derzeit nur, dass wir bald den Tag erreichen, an dem die Zahl der Infizierten wieder kleiner ist als am Tag zuvor. Nicht aber, dass die Premier League sofort wieder weitergeht."