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Urteil in Genua32 Schuldsprüche im Prozess um Einsturz der Morandi-Brücke

16.07.2026, 15:42 Uhr
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(Foto: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa)

In dem Prozess zum Einsturz der Morandi-Autobahnbrücke in Genua sind am Donnerstag 32 der 57 Angeklagten schuldig gesprochen worden.

Zum Abschluss des vierjährigen Gerichtsverfahrens wurden unter anderem der damalige Chef des Autobahnbetreibers Aspi, Giovanni Castellucci, zu zwölf Jahren und der für Instandhaltung zuständige Aspi-Manager Michele Mitelli zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Die frühere Nummer zwei des Unternehmens, Paolo Berti, soll für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte für die 57 Angeklagten in dem Mammut-Prozess insgesamt mehr als 400 Jahre Gefängnis gefordert wegen fahrlässiger Tötung, Gefährdung der Verkehrssicherheit und Urkundenfälschung. Bei den Angeklagten handelte es sich überwiegend um Führungskräfte von Aspi und dessen Tochterunternehmen Spea sowie um Angestellte des italienischen Infrastrukturministeriums.

An der Urteilsverkündung nahmen zahlreiche Opfer-Angehörige teil. Bei dem Brückeneinsturz waren 43 Menschen ums Leben gekommen.

Am 14. August 2018 hatte ein Pfeiler der Morandi-Brücke nachgegeben, sodass die Fahrbahn des vielbefahrenen, riesigen Bauwerks auf einer Strecke von etwa 200 Metern wegbrach. Dutzende Fahrzeuge stürzten in die Tiefe. Nach Angaben des Ermittlungsrichters waren seit der Einweihung der Brücke 1967 "nicht einmal minimale Instandhaltungsmaßnahmen ergriffen" worden, um die Tragseile des 2018 eingestürzten Pfeilers zu verstärken.

Ex-Aspi-Chef Castellucci sieht die Schuld nicht bei sich. "Ich fühle mich verantwortlich, aber nicht schuldig", sagte Castellucci vor den Richtern. Diese blieben mit ihrem Urteil weit hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte für Castellucci 18 Jahre Gefängnis gefordert.

Der Ex-Manager verbüßt bereits eine Haftstrafe. Er war wegen eines Verkehrsunglücks verurteilt worden, bei dem 2013 ein Bus ein Brückengeländer in Süditalien durchbrochen hatte und in die Tiefe gestürzt war. Damals starben 40 Menschen.

Quelle: ntv.de, AFP

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