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Gespräch über EU-SanktionenAbgehörtes Telefonat: Ungarns Außenminister versprach Lawrow Gefälligkeiten

31.03.2026, 18:31 Uhr
06-02-2026-Russland-Moskau-Der-russische-Aussenminister-Sergej-Lawrow-spricht-waehrend-einer-Pressekonferenz-nach-seinem-Treffen-mit-dem-amtierenden-OSZE-Vorsitzenden-Cassis-und-OSZE-Generalsekretaer-Sinirlioglu
06.02.2026, Russland, Moskau: Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht während einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit dem amtierenden OSZE-Vorsitzenden Cassis und OSZE-Generalsekretär Sinirlioglu. Foto: Alexander Zemlianichenko/Pool AP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: dpa)

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn sorgt ein abgehörtes Telefonat zwischen Außenminister Peter Szijjarto und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über EU-Sanktionen für Aufsehen.

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn sorgt ein abgehörtes Telefonat zwischen Außenminister Peter Szijjarto und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über EU-Sanktionen für Aufsehen. Das in Warschau ansässige Nachrichtenportal Vsquare.org veröffentlichte am Dienstag den Mitschnitt eines Gesprächs vom August 2024. Darin soll Szijjarto Lawrow zugesagt haben, sich gemeinsam mit der Slowakei für die Streichung der Schwester eines russischen Geschäftsmanns von der EU-Sanktionsliste einzusetzen. "Wir werden unser Bestes tun, um sie von der Liste zu bekommen", sagt Szijjarto in der englischsprachigen Aufnahme. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit nicht überprüfen.

"Es ist ein riesiger Skandal (...), dass ausländische Geheimdienste meine Telefonate kontinuierlich abgehört haben und dass diese ausländischen Geheimdienste diese Telefonate nun eineinhalb Wochen vor den ungarischen Parlamentswahlen veröffentlicht haben", erklärte Szijjarto auf seiner Facebook-Seite. Die russische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Das investigative Medium Vsquare berichtete zudem über ein weiteres Telefonat, allerdings ohne einen Mitschnitt zu veröffentlichen, in dem Szijjarto dem russischen Vize-Energieminister Pawel Sorokin versprochen haben soll, auf die Aufhebung von EU-Sanktionen gegen die russische Schattenflotte von Öltankern hinzuarbeiten.

Die Veröffentlichung erfolgt kurz vor der Wahl am 12. April, bei der Ministerpräsident Viktor Orban ohnehin im Hintertreffen steht. In unabhängigen Umfragen führt die Oppositionspartei Tisza deutlich. Orban pflegt trotz Russlands Krieg gegen die Ukraine enge Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin, und Ungarn ist weiterhin stark von russischem Öl und Gas abhängig.

Der Vorfall verstärkt die Sorge in Brüssel, dass die Regierung in Budapest russische Interessen vertritt und die EU-Hilfen für die Ukraine untergräbt. Bereits Anfang des Monats hatte die Zeitung "Washington Post" berichtet, Szijjarto habe Lawrow jahrelang in den Pausen von EU-Treffen über die internen Beratungen informiert. Das slowakische Außenministerium teilte mit, es werde "die Details seiner Verhandlungspositionen oder derer anderer Mitgliedstaaten nicht kommentieren oder weitergeben".

Quelle: ntv.de, RTS

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