Wegen hoher Kerosinpreise Air France-KLM rechnet mit geringerem Angebotswachstum in diesem Jahr

Die Airline-Gruppe Air France-KLM rechnet wegen der mit dem Iran-Krieg stark gestiegenen Kerosinpreise mit weniger Angebotswachstum in diesem Jahr.
Die Sitzplatzkapazität werde um zwei bis vier Prozent ausgeweitet und damit um einen Prozentpunkt weniger als ursprünglich geplant, teilte das französisch-niederländische Unternehmen am Donnerstag mit. Sorgen bereiten der Fluggesellschaft die Kerosinreserven und die steigenden Treibstoffkosten. Air France-KLM schätzt die gesamte Kerosinrechnung für 2026 auf 9,3 Milliarden Dollar - 2,4 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. "Auch wenn sich die gestiegenen Treibstoffpreise noch nicht in den heute vorgelegten Ergebnissen niederschlagen, werden sie die kommenden Quartale belasten", erklärte Konzernchef Ben Smith.
Nach Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar sei die Nachfrage zunächst angezogen, da mehr Reisende Flüge nach Asien bei europäischen Fluggesellschaften buchten. Die Konkurrenten vom Golf mussten ihren Betrieb weitgehend einstellen aus Sicherheitsgründen. Doch jetzt hielten sich Verbraucher wegen steigender Ticketpreise zurück, das betreffe vor allem die Langstrecken. Auch der Billigflieger Easyjet und der Reisekonzern TUI senkten ihre Prognosen wegen der Bremseffekte des kriegsbedingten Preisschocks. Die Lufthansa strich 20.000 Kurzstreckenflüge oder ein Prozent des Angebots im Sommer wegen steigender Kerosinkosten, aber auch wegen der Schließung ihrer Regionaltochter Cityline.
Im ersten Quartal verbuchte Air France-KLM einen operativen Verlust von 27 Millionen Euro. Dieser fiel damit deutlich geringer aus als befürchtet: Analysten hatten laut LSEG-Daten mit einem Minus von 389 Millionen Euro gerechnet. (