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Bei bis zu minus 18 GradAngriffe auf Energie-Infrastruktur sorgen in Kiew für härtesten Winter sei Kriegsbeginn

21.01.2026, 12:10 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Das russische Militär hat mit gezielten Angriffen auf die Energie-Infrastruktur für den härtesten Winter der Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew seit Kriegsbeginn gesorgt.

Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad Celsius sahen sich die drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner massiven und langanhaltenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen, sammelten sie Schnee als Wasserersatz, schliefen in Mänteln und Mützen und stellten Zelte in ihren Wohnungen auf. Erstmals seit der russischen Invasion vor fast vier Jahren rief die Regierung wegen der Energiekrise den Notstand aus.

"Wenn es keinen Strom gibt, gibt es keine Heizung. Das bedeutet, die Wohnung kühlt aus", sagte der Militärgeistliche Anton Rybikow in einem im Januar geführten Gespräch. Einer seiner Söhne habe sich eine Lungenentzündung zugezogen, nachdem die Temperatur in der Wohnung nach einem russischen Luftangriff während eines mehr als 19-stündigen Stromausfalls auf neun Grad Celsius gefallen sei. "Das ist emotional sehr schwierig. Es gibt ständig Sorgen", sagte der 39-jährige Vater. "Dieser Winter ist der härteste." Er überlege, seine Söhne aus Kiew wegzuschicken, falls sich die Stromausfälle verschlimmern sollten.

Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur in den Wintermonaten verstärkt und sich dabei auf die Städte Kiew, Charkiw und Dnipro konzentriert. Dem britischen Militärgeheimdienst zufolge setzte Russland im vergangenen Jahr 55.000 unbemannte Flugsysteme gegen die Ukraine ein, was einer Verfünffachung im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Die Regierung in Kiew forderte daraufhin vom Westen mehr Flugabwehrsysteme. Nach einem schweren russischen Angriff im Januar waren nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr als eine Million Haushalte in der Hauptstadt ohne Strom.

Quelle: ntv.de, rts

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