Heftige Kritik aus ChinaAustralien will Tiktok auf Diensthandys von Regierungsbeamten verbieten

Immer mehr Länder verbannen die chinesische Video-Plattform Tiktok von staatlichen Dienstgeräten: Nach Ländern wie den USA, Großbritannien, Kanada und Neuseeland will nun auch Australien die Nutzung der App auf Diensthandys von Beschäftigten der Regierung verbieten. Aus dem Justizministerium hieß es, die Entscheidung erfolge auf Empfehlung der australischen Geheimdienste und werde "so bald wie möglich" umgesetzt. China verurteilte das Verbot.
In einem Sicherheitshinweis heißt es, Tiktok berge "erhebliche Sicherheits- und Datenschutzrisiken", die sich aus der "umfangreichen Sammlung von Nutzerdaten" ergeben würden. Über Ausnahmen für das Tiktok-Verbot auf Dienstgeräten der Regierung solle "Fall für Fall" entschieden werden, hieß es weiter aus dem Justizministerium. Voraussetzung seien "angemessene Sicherheitsvorkehrungen".
China verurteilte das Verbot und teilte mit, es habe seine Unzufriedenheit bei den australischen Behörden über die Entscheidung zum Ausdruck gebracht. "Wir fordern die australische Seite auf, sich (...) an die Regeln der Marktwirtschaft und die Grundsätze des freien Wettbewerbs zu halten und chinesischen Unternehmen ein faires, transparentes und nicht diskriminierendes Geschäftsumfeld zu bieten", sagte die chinesische Außenamtssprecherin Mao Ning.
Die von einem chinesischen Unternehmen betriebene Videoplattform Tiktok ist umstritten. Ende Februar hatte das Weiße Haus bereits eine Entfernung der App von allen Dienstgeräten der US-Bundesbehörden angeordnet. Auch Frankreich, die Niederlande und die EU-Kommission haben ähnliche Entscheidungen getroffen.
Fachleute warnen davor, dass die App von der Kommunistischen Partei Chinas für Spionage- oder Propagandazwecke benutzt werden könnte. Die chinesische Regierung hatte vergangenen Monat bestritten, chinesische Unternehmen zur Herausgabe von im Ausland gesammelten persönlichen Nutzerdaten zu drängen.