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"Brauchen eine Kurskorrektur"Autoindustrie unter Druck: ACEA-Präsident fordert Abbau der EU-Regulierung

15.07.2025, 16:44 Uhr
Ola-Kaellenius-Vorstandschef-der-Mercedes-Benz-Group
Ola Källenius, Vorstandschef der Mercedes-Benz Group. (Foto: Bernd Weißbrod/dpa)

Der amtierende Präsident des europäischen Autobauerverbands ACEA, Mercedes-Chef Ola Källenius, hat wegen des steigenden Drucks auf die Autoindustrie ein Umsteuern bei EU-Regulierungen der Branche gefordert. "Wir brauchen eine Kurskorrektur in drei Dimensionen: Dekarbonisierung, Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und Wettbewerbsfähigkeit", erklärte Källenius in einem Beitrag für den "Economist", den Mercedes-Benz verbreitete.

In Sachen Klimaschutz kritisierte er darin die Geldstrafen bei zu langsamer Reduktion der CO2-Emissionen der Neuwagenflotte und stellte die Zweckmäßigkeit des Endes für Verbrennungsmotoren 2035 infrage. "Die aktuellen strafbasierten Vorschriften für CO2-Emissionen von Autos und Transportern hemmen das Wirtschaftswachstum", erklärte Källenius. Sie müssten vor Jahresende so überarbeitet werden, dass sie "Flexibilität und einen stärker marktbasierten Ansatz" verfolgten.

Das Verbrennerverbot könne zu einem "Havanna-Effekt" führen: Verbraucher in der EU könnten zum längeren Halten umweltschädlicher Fahrzeuge gezwungen sein, so wie die Kubaner mangels finanzieller Mittel und Alternativen über Jahrzehnte Oldtimer in Schuss halten.

Die aktuelle Lage der Autoindustrie in Europa beschreibt Källenius düster: Das wirtschaftliche Umfeld habe sich erheblich verschlechtert. "Ohne verbesserte Bedingungen wird sich dieser Trend nicht ändern." Über 40 Prozent der Autozulieferer in Europa könnten in diesem Jahr Verlust schreiben. "Eine neue Ära des Protektionismus hat unserer Industrie einen zusätzlichen Schlag versetzt."

Die europäische Autoindustrie werde unabhängig vom Ergebnis der Handelsverhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union zumindest kurzfristig schlechter dastehen. Durch die höhere Belastung mit Zöllen - die USA erhöhten die Einfuhrzölle für Autos im April um 25 Prozent - fehlten Investitionsmittel in die grüne Transformation, der sich die Branche weiter verpflichtet sehe.

Quelle: ntv.de, rts

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