Appell an EuropaBDEW fordert mehr EU-Kooperation beim Ausbau der Offshore-Windenergie

Der Energieverband BDEW fordert eine stärkere europäische Zusammenarbeit beim Ausbau der Windenergie auf See, um Kosten in Milliardenhöhe zu sparen.
Eine engere Kooperation könne die Kosten pro Megawattstunde Offshore-Strom um bis zu elf Prozent senken, teilte der BDEW am Montag in Berlin aus Anlass des Nordsee-Gipfels in Hamburg mit. Der Verband berief sich dabei auf eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES). Der Offshore-Wind-Ausbau sei ein Schlüsselelement der Energiewende, erklärte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae.
Ein zentraler Hebel ist demnach eine weniger dichte Bebauung von Windparks und eine grenzüberschreitende Kooperation bei den Flächen. Dadurch könnten Abschattungseffekte deutlich reduziert werden. Gemeint ist damit, dass vordere Windräder einen "Windschatten" erzeugen, sodass die dahinter liegenden Anlagen weniger Strom produzieren. Die Folge eines größeren Abstandes wären um durchschnittlich sechs bis 13 Prozent höhere Erträge. Die Studie zeige, dass bilaterale Vereinbarungen nötig seien, um etwa nicht genutzte Flächen in der dänischen oder schwedischen Wirtschaftszone an das deutsche Stromnetz anzuschließen.
Zudem benötigten Investoren verlässliche und vergleichbare Rahmenbedingungen im gesamten Nordseeraum, forderte der Verband. Dazu gehören aus Sicht der Energielobby auch Preisgarantien. Als wichtigste Maßnahme müssten sogenannte zweiseitige Differenzverträge (Contracts for Difference) in allen Nordsee-Anrainerstaaten eingeführt und harmonisiert werden. Bei diesen Verträgen wird ein fester Abnahmepreis für den Strom garantiert. Der Staat gleicht die Differenz aus, wenn der Marktpreis niedriger ist, und schöpft Mehrerlöse ab, wenn er höher liegt. Die Erfahrungen etwa in Großbritannien zeigten, dass diese Verträge essenziell für die Investitionssicherheit und die Senkung der Projektkosten seien, erklärte der BDEW.