Kurznachrichten

Viele Fabriken ohne StromBehörden im Iran wegen Hitze geschlossen

05.08.2025, 14:38 Uhr
bee99d593d693de7fb044ec9c62f0a0e
(Foto: IMAGO/Middle East Images)

Wegen der anhaltenden Hitzewelle bleiben Behörden und Amtsstuben in weiten Teilen Irans am Mittwoch geschlossen. Mit der Maßnahme solle unter anderem der durch den Betrieb von Klimaanlagen entstehende Stromverbrauch reduziert werden, hieß es am Dienstag in staatlichen Medien. Betroffen seien öffentliche Einrichtungen in mindestens 15 der 31 Provinzen des Landes und auch die Hauptstadt Teheran.

Die Schließungen seien "aufgrund steigender Temperaturen und der Notwendigkeit, den Wasser- und Stromverbrauch zu optimieren" erfolgt, sagte Teherans Gouverneur Mohammad Sadegh Motamedia laut dem staatlichen Fernsehen. Es habe eine entsprechende Anweisung des Energieministeriums gegeben. Hitzewellen sind im Iran keine Seltenheit. Dabei schnellen der Wasserverbrauch und der Stromkonsum etwa wegen des Betriebs von Klimaanlagen in die Höhe. Die derzeitigen, seit Mitte Juli andauernden hohen Temperaturen führten bereits zu landesweiten Stromausfällen und Wasserknappheit in vielen Landesteilen.

In vielen Fabriken gibt es derzeit an vier Tagen in der Wochen keinen Strom, wie die Zeitung "Shargh" berichtete. Die Industrieproduktion sank laut Branchendaten auf das Niveau des Jahres 2020, dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Auch der Wassermangel ist ein Problem, iranische Medien sprechen von der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. In Teilen der südwestlichen Provinz Khusestan erreichten die Temperaturen zu Beginn der Woche 52 Grad. In Teheran war es am Dienstag um die 40 Grad heiß. Dem Wetterdienst zufolge dauert die Hitzewelle noch mindestens fünf Tage an.

Trotz der reichen Öl- und Gasvorkommen im Land sind Probleme bei der Energieversorgung im Iran keine Seltenheit. Die Infrastruktur ist veraltet, zudem leidet das Land unter den internationalen Sanktionen. Wissenschaftlern zufolge führt der menschengemachte Klimawandel zu einer weltweiten Zunahme und Intensivierung von Extremwetter-Ereignissen wie Hitzewellen, Stürmen und Überschwemmungen.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales