Keine Stellungnahme der AirlinesBerichte: Lufthansa und Air-France buhlen um Einstieg bei verschuldeter Air Europa

Die Fluggesellschaften Lufthansa und Air France-KLM haben einem Medienbericht zufolge konkurriende Angebote für den Einstieg bei der verschuldeten spanischen Airline Air Europa abgegeben. Wie das spanische Onlinemedium El Confidencial am Dienstag berichtete, bot Lufthansa an, mittels einer Kapitalerhöhung um 25 Prozent 250 Millionen Euro in das Unternehmen zu investieren. So könnte Air Europa, ein Darlehen des spanischen Staats aus Corona-Zeiten tilgen.
Air France-KLM bot dem Bericht zufolge an, dem Hauptaktionär, der von der Familie Hidalgo kontrollierten Globalia-Gruppe, für 300 Millionen Euro einen Anteil von 51 Prozent an Air Europa abzukaufen und sicherte zu, für die Schulden der Fluglinie beim Staat aufzukommen. Bislang hält die Familie Hidalgo laut El Confidencial einen Anteil von 80 Prozent an Air Europa. IAG, das Mutterhaus von British Airways und Iberia, hält die übrigen 20 Prozent.
Air France-KLM, Lufthansa und Air Europa lehnten jeweils eine Stellungnahme auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP ab. In der vergangenen Woche hatten die Chefs von Lufthansa und Air France-KLM bei ihren jeweiligen Unternehmenspressekonferenzen ihr Interesse an einem Einstieg bei Air Europa bestätigt. Air Europa hatte eine zurückzuzahlende Staatshilfe in Anspruch genommen, die sich auf insgesamt 475 Millionen Euro beläuft. 240 Millionen davon wurden als Wandeldarlehen mit einem Zinssatz von fast neun Prozent ausgegeben, und weitere 235 Millionen als gewöhnliches Darlehen mit einem Zinssatz von zwei Prozent.
Die Fluglinie verfügt derzeit über eine Flotte von etwa 50 Maschinen. Air Europa bietet Flüge innerhalb Spaniens, aber auch an europäische Ziele und Langstreckenflüge nach Lateinamerika und in die Karibik an. Im vergangenen Jahr beförderte sie zwölf Millionen Passagiere und verzeichnete einen im Vergleich zu 2023 um sechs Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gewachsenen Umsatz.