Kurznachrichten

Einstieg bei RüstungskonzernBund zahlt für KNDS-Anteile mehr als den Ausgabepreis beim Börsengang

24.06.2026, 09:01 Uhr
Das-Rohr-eines-Leopard-Kampfpanzers-von-KNDS

Die Bundesregierung zahlt für ihr Aktienpaket am deutsch-französischen Panzerbauer KNDS mehr als den Emissionspreis bei dessen Börsengang.

Mit den Familieneigentümern habe sich der Bund "auf eine Kaufpreisformel für den Erwerb von 40 Prozent der Anteile an KNDS geeinigt, welche auf dem IPO-Preis zuzüglich eines marktüblichen Paketaufschlags basiert und außerdem die Kursentwicklung der Monate nach IPO berücksichtigt", heißt es in einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag. IPO steht für "Initial Public Offering", die englische Bezeichnung für einen Börsengang. Ursprünglich hatte der Bund darauf gepocht, nicht mehr zu zahlen als die übrigen künftigen Aktionäre von KNDS.

Nach Reuters-Informationen wird mit einer Bewertung von 15 bis 18 Milliarden Euro als Grundlage für den Preis gerechnet, den der Bund zahlt. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte sich am Wochenende mit den Familien geeinigt, der genaue Preismechanismus war jedoch noch unklar. Die Bundesregierung will mit dem Einstieg über die Staatsbank KfW vor dem unmittelbar bevorstehenden Börsengang sicherstellen, dass er bei KNDS auf Augenhöhe mit dem französischen Staat agiert, der seine Beteiligung an dem Rüstungskonzern im Zuge der Emission von 50 auf 40 Prozent reduzieren will. Die Familien wollen beim Börsengang ebenfalls zehn Prozent verkaufen und damit komplett aussteigen.

Der Haushaltsausschuss soll dem Vorhaben einem Insider zufolge in einer Sondersitzung am Freitag (26. Juni) zustimmen. Noch vorher wird die offizielle Ankündigung des Börsengangs ("Intention to Float") durch KNDS erwartet. Reuters hatte am Wochenende berichtet, diese sei spätestens am Mittwoch geplant. Damit könnte KNDS bis Mitte Juli sein Börsendebüt in Paris und Frankfurt feiern.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales