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ZwischenberichtBundesnetzagentur äußert sich zurückhaltend gegenüber umstrittenen Doppelausbau von Glasfaser-Internet

11.04.2024, 15:55 Uhr
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Nach Auskunft eines Behördensprechers liegen die Monatspreise je nach Rohrkategorie zwischen 30 und 89 Prozent unter den von der Telekom beantragten Entgelten. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

In der Debatte über den umstrittenen Doppelausbau von Glasfaser-Internet bleibt es der Deutschen Telekom vorerst erspart, dass der Staat durchgreift. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am Donnerstag einen Zwischenbericht zu der Praxis, die auch Überbau genannt wird. In dem Schreiben äußert sich der Regulierer zurückhaltend. Gravierende Verfehlungen des Magenta-Konzerns sieht er nicht.

Es geht um 427 Gegenden, in denen erst eine Firma Glasfaser-Ausbaupläne bekanntgegeben hat und danach eine zweite Firma das Gleiche tut. Dann drohen doppelte Bauarbeiten am selben Ort. Dies gilt in Zeiten knapper Baukapazitäten als problematisch. Schließlich kann der Bagger dort fehlen, wo noch keine Glasfaser liegt. Außerdem verschlechtern sich die Geschäftsaussichten der ersten, "überbauten" Firma - schließlich muss sie damit rechnen, dass ein Teil der Haushalte in einer Straße keinen Vertrag haben will und stattdessen zur Konkurrenz geht.

Für Telekom-Wettbewerber - etwa die Branchenverbände Breko, Anga und VATM - ist das Thema ein rotes Tuch. Sie werfen der Telekom vor, den Überbau strategisch einzusetzen und dadurch den Glasfaser-Ausbau insgesamt in Deutschland zu verlangsamen. Die Telekom wiederum weist die Vorwürfe von sich und betont, dass so ein Infrastruktur-Wettbewerb normal sei und dass lokale Monopole nicht im Sinne der Verbraucher wären. Konzernchef Tim Höttges merkt in der Debatte immer wieder an, dass man auch selbst überbaut werde - etwa in Bonn, wo Westconnect Ausbaupläne verkündete, obwohl die Telekom dort längst mit Glasfaser präsent war. Klar ist aber auch: Als großer Konzern kann die Telekom es besser wegstecken, überbaut zu werden als ihre kleinen Wettbewerber.

Quelle: ntv.de, dpa

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