Suizid von Stade-VerdächtigemCDU fordert niedersächsischen Ministerpräsidenten auf, gegen "Häufung von Pannen" im Justizressort vorzugehen

Nach dem Suizid des mutmaßlichen Sechsfachmörders von Stade in Untersuchungshaft hat die CDU die niedersächsische Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) scharf angegriffen.
Sollten Berichte zutreffend sein, wonach der Mann bereits nach seiner Festnahme Suizidabsichten geäußert haben soll, sei nicht erklärbar, wie es dazu kommen konnte, erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion, Carina Hermann, am Dienstag in Hannover.
Die CDU-Politikerin forderte den niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) auf, nun zu handeln. Es gebe eine "Häufung von Pannen und nicht erklärbaren Vorgängen" im Justizressort. Lies dürfe dem "Kontrollverlust" dort nicht länger zusehen, erklärte Hermann. "Wenn er jetzt nicht eingreift und für klare Führung sorgt, werden aus den Problemen seiner Justizministerin endgültig seine eigenen."
Der 45-jährige Verdächtige hatte in der Nacht zum Dienstag und damit rund drei Wochen nach der Tat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Untersuchungshaft das Leben genommen. Der Mann soll in einem Sorgerechtsstreit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamts erschossen haben.
Hermann erklärte, mit dem Suizid des Tatverdächtigen werde den Angehörigen der Getöteten die Chance genommen, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben. Sie forderte Wahlmann auf, lückenlos darzulegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden.