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Umstellung der EU-Zollregeln für Billig-ImporteDHL: Kein Importstopp für Online-Bestellungen aus Fernost erwartet

29.06.2026, 17:05 Uhr
Pakete-so-weit-das-Auge-reicht-hier-in-einer-DHL-Zustellbasis
Pakete, so weit das Auge reicht - hier in einer DHL-Zustellbasis. (Symbolbild)

Die Verbraucher in Deutschland müssen dem Logistikriesen DHL zufolge nicht fürchten, nach der Umstellung der EU-Zollregeln für Billig-Importe am 1. Juli keine Online-Bestellungen mehr aus Fernost zu erhalten.

Die Verbraucher in Deutschland müssen dem Logistikriesen DHL zufolge nicht fürchten, nach der Umstellung der EU-Zollregeln für Billig-Importe am 1. Juli keine Online-Bestellungen mehr aus Fernost zu erhalten. "Es gibt keinen Importstopp", teilte der Konzern am Montag mit. Bestellungen von Privatkunden bei Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern seien auch nach dem Stichtag weiter möglich. "Voraussetzung ist jedoch, dass die neuen Zollvorschriften erfüllt werden", betonte der Bonner Konzern. DHL sei vorbereitet, Prozesse seien an die neuen Regeln angepasst worden. Bekommt die Post aber Pakete mit unvollständigen Angaben, gehen diese zurück ins Ausland.

Die Reform sieht die Abschaffung der bisherigen Freigrenze von 150 Euro für die Zollabfertigung vor. Von Juli an fällt nun eine pauschale Zollabgabe von drei Euro pro Warengruppe in der Sendung an. Die Umstellung richtet sich vor allem gegen gegen Online-Billigversender aus Fernost wie Temu oder Shein. Der Einzelhandelsverband HDE hatte die Pläne ausdrücklich begrüßt und erklärt, Bestellungen von Billigartikeln über Online-Plattformen außerhalb der EU würden damit teurer. Es müsse einen fairen Wettbewerb mit Anbietern wie Temu oder Shein geben. Dem HDE zufolge liegt der Umsatzanteil ausländischer Onlineanbieter in Deutschland mittlerweile bei knapp elf Milliarden Euro. Davon entfielen geschätzt allein rund 4,7 Milliarden Euro oder fünf Prozent auf Temu und Shein.

"Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten sind weiterhin möglich", unterstrich DHL. Doch stiegen die Anforderungen für Händler und Plattformen. Die Post will bei Einfuhren von Paketen auf zwei Verfahren zurückgreifen. Dazu gibt es etwa das PDDP-Verfahren (Postal Delivered Duties Paid), das die logistische Abwicklung regelt. Hier stellen Absender und Partnerpostgesellschaft vorab die notwendigen Zolldaten bereit und übernehmen die Steuern und Abgaben. Zunächst führt die Post aber eine Übergangsregelung für zwei Monate ein - da zunächst wohl noch nicht alle Partnerpostgesellschaften auf das neue Regelwerk umgestellt sein werden.

PAKETE OHNE ZOLL GEHEN ZURÜCK AN DIE ABSENDER

"Sendungen ohne die erforderlichen Angaben können leider nicht mehr verarbeitet werden", erklärte die Post. Diese würden dann an die Absender außerhalb der EU zurückgeschickt. Die DHL-Tochter Express betonte, sie habe ihre Kunden über die neuen Anforderungen informiert. Sie wolle mögliche Störungen minimieren. Die Logistikriesen DHL, FedEx und UPS hatten noch vor kurzem vor Hürden für den Warenverkehr in die EU durch die neuen Regeln gewarnt.

Quelle: ntv.de, RTS

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