Wirtschaft reagiert gespaltenDIHK kritisiert neues Klimaziel der EU-Kommission als überzogen

Aus der Wirtschaft kommt Lob und Tadel für das neue Klimaziel der EU-Kommission. "Das neue Klimaziel der EU ist deutlich zu hoch gegriffen", kritisierte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Achim Dercks, am Mittwoch.
"90 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2040 ist nicht realistisch." Schon das 2030er Klimaziel werde aller Voraussicht nach verfehlt. Bei noch strikteren Vorgaben für 2040 müssten in Deutschland schon in 15 Jahren die Bereiche Energieversorgung, Industrie, Gebäude und Verkehr klimaneutral sein. "Eine Durchsetzung dieses Ziels in diesem kurzen Zeitrahmen würde die deutsche Wirtschaft überfordern und zu einem spürbaren Rückgang von Wertschöpfung und Wohlstand führen", sagte Dercks.
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüßt dagegen, dass die Brüsseler Behörde erstmalig flexiblere und kostengünstigere Wege zur Zielerreichung ermöglichen wolle. "Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass die EU-Kommission beim Klimaschutz pragmatischer wird", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Für ein globales Problem brauche es globale Lösungsansätze. Die Möglichkeit, qualitativ hochwertige internationale Maßnahmen auf das europäische Klimaziel anzurechnen, könne Kosten sparen und europäische Unternehmen wieder konkurrenzfähiger machen. "Das ist ein wichtiges Signal aus Brüssel – aber für die Industrie erst mal ein Muster ohne Wert", sagte Große Entrup. Wer Europas Wettbewerbsfähigkeit wirklich stärken wolle, dürfe den Emissionshandel nicht ausklammern. Hier müsse dringend nachjustiert werden.