Ausbeutung von BeschäftigtenDeliveroo Italien unter gerichtliche Aufsicht gestellt

Wegen angeblicher Ausbeutung von Beschäftigten greift Italien gegen einen weiteren Essenslieferanten durch.
Wegen angeblicher Ausbeutung von Beschäftigten greift Italien gegen einen weiteren Essenslieferanten durch. Die dortige Tochter von Deliveroo sei unter gerichtliche Aufsicht gestellt worden, geht aus am Mittwoch von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Gerichtsunterlagen hervor. Zudem leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Landeschef des Unternehmens ein. Deliveroo teilte mit, die Unterlagen prüfen und mit den Behörden kooperieren zu wollen.
Vor einigen Wochen hatten die italienischen Behörden den Rivalen Foodinho wegen ähnlicher Vorwürfe ebenfalls unter Aufsicht gestellt. Darüber hinaus ordnete das Gericht an, dass das Unternehmen die Arbeitsbedingungen für rund 40.000 Lieferfahrer neu regeln muss. Foodinho gehört zur spanischen Delivery Hero-Tochter Glovo.
Den Gerichtsunterlagen zufolge hat Deliveroo Italien seinen offiziell selbstständigen Lieferfahrern Löhne bezahlt, die teilweise 90 Prozent unter der Armutsgrenze lagen. Sie hätten im Schnitt drei bis vier Euro pro Lieferung erhalten und für den Transport und die Ausrüstung selbst aufkommen müssen. Dem italienischen Statistikamt zufolge liegt die Armutsgrenze für eine allein lebende Person bei 730 Euro pro Monat.