Branche unter Druck Deutsche Autozulieferer verlieren weltweit weiter Marktanteile

Deutsche Autozulieferer verlieren einer Studie zufolge weiter an Boden.
Ihr weltweiter Marktanteil sei im vergangenen Jahr auf 23 Prozent gesunken, zehn Jahre zuvor seien es 26 Prozent gewesen, teilte die Beratungsgesellschaft Strategy& am Donnerstag mit. Zugleich steige die Bedeutung chinesischer Hersteller, deren Marktanteil sich von fünf auf 14 Prozent in etwa verdreifacht habe. Dabei spielt vor allem der rasante Aufstieg der Elektromobilität eine Rolle: Chinesische Zulieferer sind weltweit führend bei der Batterieproduktion.
Die deutschen Zulieferer gerieten von mehreren Seiten unter Druck, sagte Strategy&-Experte Henning Rennert. Die sinkende Nachfrage vor allem der europäischen Autobauer zwinge sie zu Kosten- und Kapazitätsanpassungen, während die Kredite für das Wachstum in den Boomjahren auf die Bilanz drückten. "Diese hohe Zinslast frisst heute große Teile des operativen Gewinns, der finanzielle Handlungsspielraum schrumpft und dringend notwendige Investitionen in neue Technologien bleiben auf der Strecke."
Je Mitarbeiter hätten die deutschen Zulieferer 2025 gerade einmal einen Gewinn von 4190 Euro erwirtschaftet, während chinesische Zulieferer auf mehr als 30.000 Euro gekommen seien. Dabei spiele eine Rolle, dass die Renditen bei den Batteriezell-Produzenten deutlich höher ausgefallen seien als bei klassischen Zulieferern. Zugleich kämen die deutschen Hersteller bei der Verschlankung ihrer über viele Jahre gewachsenen Strukturen und Kosten zu langsam voran.
Die gesamte Autobranche in Deutschland steht derzeit massiv unter Druck, Tausende Stellen werden gestrichen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes beschäftigt die Autoindustrie derzeit so wenige Mitarbeiter wie seit 20 Jahren nicht mehr.