Tiefrote BilanzDeutsche Bahn verbucht erneut Verlust wegen hoher Abschreibungen im Fernverkehr
Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr zwar Fortschritte gemacht, wegen hoher Abschreibungen im Fernverkehr aber erneut tiefrote Zahlen geschrieben.
Der Umsatz stieg 2025 um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro, das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe sich um 630 Millionen auf plus 297 Millionen verbessert, teilte der Staatskonzern am Freitag in Berlin mit. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von 2,3 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür waren Abschreibungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro auf das Fernverkehrsgeschäft. Die Bahn rechnet mit einer langsameren Sanierung des maroden Schienennetzes bis 2036 und damit auf Jahre unpünktliche ICEs.
"Zufriedenheit wäre fehl am Platz", sagte die seit Oktober amtierende Bahn-Chefin Evelyn Palla. "Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir am Ziel." Alle Geschäftsfelder mit Ausnahme von DB Cargo hätten 2025 ein positives Betriebsergebnis eingefahren. Der Schuldenberg sei bis Ende 2025 um 11,9 Milliarden auf rund 20,7 Milliarden Euro gesunken. Denn die Erlöse aus dem Verkauf der Spedition DB Schenker wurden vor allem für den Schuldenabbau eingesetzt.
Palla sprach von einer sich abzeichnenden Trendwende. Sie will den Konzern schlanker und unbürokratischer machen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet sie mit einem Umsatz von ungefähr 28 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von etwa 600 Millionen.
Bis 2036 soll mit Mitteln aus dem 500 Milliarden Euro schweren Infrastruktur-Sondertopf des Bundes auch das Schienennetz modernisiert werden. Palla sprach von einem "Super-Baujahr 2026". Bund und Bahn wollen zusammen mehr als 23 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren. Die vielen Baustellen machen die Bahn aber vorerst nicht zuverlässiger. 2025 waren lediglich 60,1 (2024: 62,5) Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich. Die Bahn will zusätzlich 140 Millionen Euro in drei Sofortprogramme stecken - für mehr Sauberkeit, Sicherheit und Komfort in den ICEs.
