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Umsatz gesunken Deutsche Einzelhändler sind überraschend schlecht ins Jahr gestartet

29.02.2024, 08:53 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutschen Einzelhändler sind überraschend schlecht ins Jahr gestartet. Ihr Umsatz sank im Januar um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag miteilte. Inflationsbereinigt (real) gab es einen Rückgang in gleicher Höhe. Hier hatten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Gemessen am Januar 2023 gab es ein reales Minus von 1,4 Prozent.

"Der Einzelhandel setzt seinen Krisenkurs fort", kommentierte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger, die Entwicklung. "Für eine Umsatzwende müssten Verbraucher erst einmal ihre schlechte Laune abschütteln." Auch wegen der verunsichernden Wirtschaftspolitik sehe es danach vorerst nicht aus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Quartal auch wegen des schwachen Konsums erneut schrumpfen, sagte Krüger.

Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren schrumpfte im Vergleich zum Januar 2023 um real 0,4 Prozent. Das Geschäft mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf fiel sogar um 7,7 Prozent geringer aus. Der lange Zeit boomende Internet- und Versandhandel nahm real 3,3 Prozent weniger ein als ein Jahr zuvor.

Die Verbraucher halten wegen der Konjunkturflaute ihr Geld zusammen und legen so viel auf die hohe Kante wie seit fast 16 Jahren nicht mehr, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) bei ihrer Umfrage ermittelten. "Die Konsumenten sind stark verunsichert", sagte NIM-Experte Rolf Bürkl. "Neben den nach wie vor steigenden Preisen dürften sicherlich schwächere Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr ein wichtiger Grund dafür sein." Auch der Branchenverband HDE sieht noch kein Licht am Ende des Tunnels. "Angesichts der vielen Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine und dem Nahost-Konflikt gehen viele auf Nummer sicher und sparen ihr Geld lieber", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Quelle: ntv.de, rts

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